Leitbörsen ohne klare Richtung

Europa

Leitbörsen ohne klare Richtung

Der Euro-Stoxx 50 konnte am frühen Nachmittag leicht zulegen.

Die europäischen Aktienmärkte haben sich am frühen Freitagnachmittag ohne klare Richtung präsentiert. Der DAX in Frankfurt notierte gegen 14.00 Uhr mit 7.502,36 Punkten und einem Plus von 27,14 Einheiten oder 0,36 Prozent. Der die 50 führenden Unternehmen in der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion umfassende Euro-Stoxx-50 legte 4,64 Einheiten oder 0,15 Prozent auf 3.009,97 Punkte zu. Die Börse in London blieb aufgrund der königlichen Hochzeit geschlossen.

Die am Vormittag veröffentlichten Daten zum Wirtschaftsklima in der Eurozone zeugten von einer stärker als erwarteten Eintrübung der Stimmung unter Unternehmern und Verbrauchern. Der entsprechende Index sank von 107,3 auf 106,2 Punkte und damit stärker als von Analysten prognostiziert.

Zudem wurden vorläufige Inflationsdaten für die Eurozone veröffentlicht, wonach sich die Teuerungsrate im April laut Einschätzung von Eurostat geringfügig auf 2,8 beschleunigen dürfte. Das erhöhe die Wahrscheinlichkeit einer baldigen weiteren Leitzinserhöhung seitens der Europäischen Zentralbank, hieß es am Markt.

Auf Unternehmensseite rückten Vinci in den Blickpunkt der Anleger, die nach der Vorlage von Zahlen um 0,66 Prozent auf 45,06 Euro anzogen. Der Baukonzern überzeugte mit einem kräftigen Umsatzanstieg im ersten Quartal.

Indes büßten Saint Gobain nach der Präsentation ebenfalls solider Quartalsergebnissen 0,59 Prozent auf 46,88 Euro ein. Einige Anleger hätten die positiven Nachrichten für Gewinnmitnahmen genutzt, erklärte ein Händler den Kursverfall.

Total konnten wiederum ins Plus drehen und zeigten sich zuletzt mit einem kleinen Plus von 0,19 Prozent bei 43,09 Euro. Der französische Ölkonzern hatte mit dem Nettoergebnis zum ersten Quartal die Analystenerwartungen übertreffen können.

Weiterhin unter Abgabedruck standen unterdessen Daimler, die nach der Vorlage von Quartalsergebnissen am Ende des deutschen Leitindex DAX 1,86 Prozent auf 52,10 Euro einbüßten. Wie Finanzvorstand Bodo Uebber im Rahmen einer Telefonkonferenz mitgeteilt hatte, dürften sich die Belastungen aus der Erdbeben- und Atomkatastrophe in Japan im zweiten Quartal voraussichtlich auf 50 bis 100 Mio. Euro belaufen.

In einem Branchenvergleich zeigten sich am heutigen Handelstag vor allem Bankenwerte gut gesucht. Societe Generale etwa zogen 0,69 Prozent auf 45,29 Euro an, BNP Paribas verteuerten sich um 0,75 Prozent auf 53,43 Euro. Auch Deutsche Bank konnten an die Vortagesgewinne anknüpfen und rückten 0,91 Prozent auf 44,19 Euro vor. Das Finanzinstitut hatte am Vortag die Ergebnisse für das erste Quartal präsentiert und dabei die Analysten mit einem Vorsteuergewinn von drei Mrd. Euro verblüfft.