Schlechte Nachrichten für die Volksbank AG

ÖVAG braucht Staatshilfe und Geld von Partner

Die Volksbank AG (ÖVAG), der heuer bis zu 1 Mrd. Euro Verlust droht, dürfte die nächste Bank in Österreich sein, die nochmals Hilfe vom Staat bekommt. Die ÖVAG selbst sieht keine Gefahr einer Verstaatlichung. In Finanzkreisen ist aber ein teilweiser Staatseinstieg im Gespräch, zusätzlich soll ein Teilverkauf an Dritte debattiert werden. Es werde aber eine Angelegenheit von 2010 sein.

Auch im Finanzministerium, von dem wieder Unterstützung nötig werden dürfte, haben Experten die Entwicklung scharf im Auge. Es ist die Rede, dass es in einem Vierteljahr soweit sein wird. Offizielle Aussagen liegen von Behördenseite dazu nicht vor.

Trotz der Spekulationen, wonach auch andere österreichische Banken ins Trudeln geraten und eine weitere Staatshilfe benötigen könnten, sieht Finanzminister Pröll "derzeit akut keinen Handlungsbedarf". Das eine sei mit dem anderen "absolut nicht vergleichbar", erklärte Pröll im Pressefoyer nach dem Ministerrat. Die Kärntner Hypo Group Alpe Adria habe ganz andere Probleme als andere Banken.

Die Hypo Alpe Adria sei sehr stark gewachsen, wie man nun sehe, auch mit Risiken und Problemen. Andere Banken hätten aber auch andere Eigentümerstrukturen oder andere strukturelle Probleme, meinte Pröll. Das Bankenpaket sei außerdem bei weitem noch nicht ausgeschöpft, die Hälfte der Mittel stehe noch zur Verfügung. Zwar schloss Pröll weitere Hilfen für andere Banken nicht aus, derzeit sehe er aber "keinen Anlass, von uns aus aktiv zu werden". Man verlasse sich auf die Unterlagen der FMA sowie der OeNB.

Wer als privater Investor bzw. Investorengruppe von außen dazustoßen sollte, ist nicht bekannt. Es soll aber schon länger Sondierungen für die ÖVAG geben. Dafür war zuletzt auch ein Finanzinvestor wie bei der BAWAG a la Cerberus die Rede. Von den Bankpartnern (deutsche DZ Bank, Raiffeisen) hatte man dafür in jüngster Zeit wenig erwartet.

Die Volksbank AG hat deponiert, "dass wir das alles so nicht sehen". Krisendarstellungen werden zurückgewiesen. In der Finanzszene in Österreich und im Ausland werden die Entwicklungen schon mit Argusaugen beobachtet. Es ist erst einen Tag her, dass der Staat die Kärntner Hypo Group Alpe Adria notverstaatlicht hat.

Verhalten, aber unmissverständlich, hatte sich am Montag bei der Stresstest-Präsentation die Notenbank geäußert. Konkret könnten laut den Ergebnissen des jüngsten Finanzmarktstabilitätsberichts 30 kleine Banken unter die gesetzlich erforderliche Kapitalquote fallen. Bei einer Großbank werde eine Landung "nahe an der regulatorischen Grenze", erwartet, allerdings noch über der gesetzlich erforderlichen Kapitalquote, sagteOeNB-Direktor Andreas Ittner und spielte damit auf den kriselnden Volksbankensektor an. "Die Krise wird den erforderlichen Strukturwandel beschleunigen."

Finanzminister Pröll ist einem Brief der Vorstände der "Banken-ÖIAG" (FIMBAG) über eine "besorgniserregende Entwicklung" auch bei der ÖVAG hingewiesen worden. Darin wird im Fall der Volksbank AG die Hereinnahme eines strategischen Partners, der gleichzeitig als Finanzinvestor agiert, angeregt. In ihrem Schreiben an Pröll haben die FIMBAG-Chefs auch bei der Volksbank AG eine aktive Einbindung der Republik nicht ausgeschlossen. Schon im April hatte die ÖVAG 1 Mrd. Euro Staatshilfe erhalten.