Neue Konzernstrategie

OMV plant Rückzug aus Kroatien und Bosnien

63 OMV-Tankstellen in Kroatien und 28 in Bosnien werden verkauft.

Die börsenotierte OMV will sich aus Kroatien und Bosnien-Herzegowina zurückziehen, wo der Erdölkonzern derzeit zusammen 91 Tankstellen betreibt. Laut einer Mitteilung vom Dienstag wird der Verkauf des Tankstellen- und Kundengeschäfts in den beiden Ländern evaluiert. Dies sei ein wichtiger Schritt zur Umsetzung der neuen im September in Istanbul präsentierten Konzernstrategie, wonach der Geschäftsbereich Raffinerie und Marketing (R&M) zugunsten von Gas zurückgefahren werden soll. 

"OMV wird im Tankstellen- und Kundengeschäft weiter auf jene Märkte fokussieren, bei denen die Versorgungs-Integration sichergestellt ist", hieß es. Kroatien und Bosnien seien aber "nicht optimal" an die OMV-Lieferkette angeschlossen, weswegen nun geprüft werde, die Töchter zu veräußern. In den nächsten Monaten soll mit potenziellen Interessenten verhandelt werden. Der Konzern geht davon aus, dass der Käufer alle Tankstellen weiterbetreiben wird.

"Zeitgleich soll die Struktur des gesamten Veräußerungspotenzials im Geschäftsbereich Raffinerien und Marketing, welches sich bis zum Jahr 2014 auf bis zu 1 Mrd. Euro belaufen soll und die Reduktion von Raffineriekapazitäten und Marketing-Assets vorsieht, festgelegt werden", hieß es.

Die OMV ist seit 1992 in Kroatien im Tankstellen- und Kundengeschäft aktiv und hält mit 63 Tankstellen derzeit laut Eigenangaben einen Marktanteil von rund 13 Prozent. OMV Hrvatska d.o.o beschäftigt an ihrem Unternehmenssitz in Zagreb 70 Mitarbeiter. In Bosnien-Herzegowina ist der österreichische teilstaatliche Konzern seit 2001 ebenfalls im Tankstellen-und Kundengeschäft tätig. In der Zentrale der OMV BH d.o.o in Sarajevo arbeiten 23 Personen; die 28 Tankstellen in Bosnien-Herzegowina entsprächen einem Marktanteil von rund 8 Prozent.

Weitere Marktaustritte aus Ländern mit OMV-Tankstellen seien derzeit nicht geplant. Ende November hatte die türkische OMV-Tochter Petrol Ofisi ihren 52-Prozent-Anteil am zypriotischen Tankstellenunternehmen Kibris Türk Petrolleri Limited Sirketi verkauft.