Peter Hochegger

Telekom-Affäre

Hochegger: 11 Stunden Verhör

Die Staatsanwaltschaft interessierte sich für dubiose Zahlungen der Telekom.

Der Lobbyist Peter Hochegger, einer der Beschuldigten in der Telekom- und in der Buwog-Affäre, wurde Montag elf Stunden lang von der Staatsanwaltschaft Wien einvernommen. Die Befragung war erst am Abend um 21.00 Uhr beendet, so die Staatsanwaltschaft heute Dienstag. Mehr wurde dazu nicht verraten - weder ob sich Hochegger kooperativ zeigte noch ob eine neue Einvernahme ansteht. Vergangenen Mittwoch war bereits der Lobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly acht Stunden lang von Staatsanwälten und Korruptionsermittlern einvernommen worden. Geleitet werden die Ermittlungen in der Telekom-Causa von Staatsanwalt Hannes Wandl.

Dubiose Zahlungen
Hochegger spielt eine führende Rolle bei dubiosen Zahlungen der Telekom und in der Kursmanipulationsaffäre. Der börsenotierte teilstaatliche Telekom-Konzern hatte 9 Mio. Euro an Hochegger überwiesen, für die bei einer internen Revision keine Gegenleistungen gefunden werden konnten. Der Verdacht auf Korruption wird geprüft. Auch in der Kursmanipulationsaffäre, wo im Jahr 2004 der Aktienkurs des Unternehmens hochgetrieben wurde, um 100 Telekom-Managern insgesamt 9 Mio. Euro Boni aus einem Optionsprogramm zu sichern, soll Hochegger eine Rolle bei der Bezahlung des involvierten Brokers gespielt haben. Das Millionenhonorar für den Broker Johannes Wanovits soll über eine Energie-Studie für Hochegger verschleiert worden sein.

Hochegger steht auch im Zentrum der Buwog-Affäre
Gegen ihn, den Ex-FPÖ-Politiker und Lobbyisten Walter Meischberger, den Immobilienmakler Ernst Karl Plech und gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (V) wird in der Causa Buwog-Privatisierung ermittelt. Der Verdacht, dass die Provision in Höhe von fast 10 Mio. Euro von der siegreichen Immofinanz an Hochegger und Meischberger für Information bezahlt wurde, die durch Amtsmissbrauch erlangt wurde, wird von den Beschuldigten zurückgewiesen.

Gegen Mensdorff-Pouilly wird im Zusammenhang mit der Blaulichtfunk-Vergabe ermittelt, er soll Provisionen von der Telekom (1,1 Mio. Euro) und von Motorola (über 2 Mio. Euro) erhalten haben. Mensdorff-Pouilly bestreitet, dass es sich dabei um Schmiergeld gehandelt habe. Für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung.