voestalpine: Sind kein Übernahmekandidat

Gerüchte

voestalpine: Sind kein Übernahmekandidat

"Wenn nicht unvorhergesehene Dinge passieren", so Konzernchef Eder.

Der börsenotierte Stahlkonzern voestalpine sieht sich keinesfalls als Übernahmekandidat und tritt entsprechenden Gerüchten immer wieder vehement entgegen. "Äußerungen in diese Richtung grenzen an Rufschädigung", sagte Konzernchef Wolfgang Eder am Donnerstag vor Journalisten. Für das Unternehmen sei eine feindliche Übernahme "aus heutiger Sicht sehr unwahrscheinlich" - es verfüge über die richtige Eigentümerstruktur. Mehr als 40 Prozent des Gesamtaktienvolumens entfallen den Angaben zufolge auf Kernaktionäre und die Mitarbeiter, ein Anteil der ein Take-over verhindere. "Üblicherweise reichen dafür 25 Prozent."

Mehr Mitarbeiterbeteiligung
Die Mitarbeiterbeteiligung soll weiter aufgestockt werden. Den Plafond sieht Eder hier bei 15 oder 16 Prozent erreicht. Derzeit befinden sich 13,5 Prozent der Voest-Aktien in Händen der Arbeitnehmer. Alleine diese Beteiligung von mehr als 10 Prozent verhindere ein Squeeze-out, also ein Hinausdrängen der Kleinaktionäre, betonte Eder. Und von den Kernaktionären hätte selbst in der Krise keiner signalisiert, dass er seine Beteiligung zurückfahren wolle.

Eder schließt Übernahme (fast) aus
"Wenn nicht unvorhergesehene Dinge passieren, schließe ich eine Übernahme aus", bekräftigte Eder. Attraktiv wäre die voestalpine als Weltmarktführer in vielen Bereichen wie beispielsweise Hochgeschwindigkeitsbahnen, Weichen, Werkzeugstahl und Spezialprodukten allemal. In den vergangenen neun Quartalen sei der Konzern das Stahlunternehmen mit den höchsten Margen beim operativen Gewinn (EBIT) gewesen. "Die Wahrscheinlichkeit ist relativ hoch, dass wir in der Stahlbranche weiterhin Margenführer bleiben", so Eder.

Stahlindustrie: Inder dominieren in Europa
In der europäischen Stahlindustrie dominieren längst indische Eigentümer. Nur noch in Deutschland, Italien, Österreich, Schweden und Finnland sei die Branche noch "einigermaßen eigenständig", auch wenn in Italien zum Teil russische Oligarchen investiert seien. In Spanien, Frankreich, Belgien, Luxemburg, Polen, Tschechien, Rumänien und teilweise auch Deutschland hingegen mische der weltgrößte Stahlkonzern ArcelorMittal mit. In England und Holland sei die indische Tata Steel dominant, die den britisch-niederländischen Konzern Corus 2007 übernommen hat.