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Weitere Exekutionsanträge

Vorerst kein Konkursantrag gegen Kneissl

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Der Kreditschutzverband soll außergerichtlich Forderungen eintreiben.

Gegen die in Turbulenzen geratene Tiroler Skifirma Kneissl ist am Freitag vorerst kein Konkursantrag bei Gericht eingebracht worden, so ein Sprecher des Landesgerichts Innsbruck. Weiterhin liegen fünf Exekutionsanträgen beim Bezirksgericht Innsbruck vor.

Kreditschutzverband eingeschalten
Indes sei der Kreditschutzverband (KSV) von Gläubigern beauftragt worden, außergerichtlich Forderungen einzutreiben. "Dabei handelt es sich um drei einzelne Gläubiger", sagte KSV-Leiter Walter Hintringer. Die Forderungen beliefen sich auf 20.000 Euro. Geschäftsführer Andreas Gebauer war nach wie vor für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Wie ÖSTERREICH berichtete , wurden am Donnerstag waren weitere Exekutionsanträge beim Bezirksgericht Kufstein eingereicht.

60-Prozent-Eigentümer Mohamed Al Jaber will bis Ende des Monats entscheiden, ob er abermals frisches Geld zuschießen wird. Nächste Woche soll außerdem ein Gespräch zwischen Al Jaber und Gebauer über die Zukunft des Unternehmens stattfinden.

Kneissl: Eine wechselvolle Geschichte
Kneissl Aufstieg begann kometenhaft. Im Jahr 1919 fertigte Franz Kneissl sen. den ersten Ski Österreichs. Mit 26 Jahren übernahm Kneissl Junior das Traditionsunternehmen und stellte gemeinsam mit seinem Bruder Walter die Produktion schrittweise vom Handwerksbetrieb auf industrielle Fertigung um.

Der große Durchbruch gelang zu Beginn der 60er Jahre, als mit dem "White Star" der erste Kunststoffski auf den Markt geworfen wurde. Weltcupsieger Karl Schranz fuhr den Ski. In den 70er Jahren konnte Kneissl auch bei der Produktion von Langlaufskiern und Tennisschlägern eine führende Marktposition erringen. Im gleichen Jahrzehnt begann allerdings auch der Niedergang des Betriebes.

1980: erster Konkurs
Als im Jahr 1980 ein Überbrückungskredit nicht gewährt wurde, musste Kneissl einen Konkursantrag stellen. Eine im Folgejahr eingebrachte Klage wegen fahrlässiger Krida wurde nicht weiter verfolgt; Franz Kneissl aber zerbrach daran. Er zog sich immer mehr aus der Öffentlichkeit in seine Kufsteiner Villa zurück. 1994 starb der Tiroler Skifabrikant im Alter von 73 Jahren.

1989: Kneissl wird saniert und kräftig ausgebaut
1989 traten die Sanierer Erhard Grossnigg und Reinfried Spazier ins Rampenlicht. Sie übernahmen die Mehrheit der Firma und tauften sie auf "Kneissl & friends" um. Trotz hoher Verlsute folgten Jahre reger "Kaufwut": Dachstein, Raichle, Dynafit, Dee Luxe und Marker wurden in den Kufsteiner Konzern integriert.

Die Expansionsstrategie ging nicht auf, Ende 2002 musste gar das Kerngeschäft, die Skiproduktion, eingestellt werden. Anfang 2003 wurde dann Raichle an den Schweizer Bergsportspezialisten Mammut AG verkauft. Ende April musste der Ausgleich beantragt werden. Das Unternehmen stand zu diesem Zeitpunkt mit Verbindlichkeiten in Höhe von 18 Mio. Euro in der Kreide.

2003: Kneissl wird von Bieterkonsortium übernommen
Ein Tiroler Bieterkonsortium bestehend aus den Investoren Fritz Unterberger, Richard Labek, Anton Pletzer, Friedrich Obholzer und Karl Handl übernahmen im Juli 2003 das Traditionsunternehmen und bemühten sich darum, dem Stern zu neuem Glanz zu verhelfen. Der Elan der neuen Eigentümer hielt allerdings nicht lange an, nach der Reihe stiegen die Unternehmer wieder aus, zuletzt kehrte Unterberger Kneissl den Rücken, der nach dem Einstieg Al Jabers die restlichen 40 Prozent an Kneissl gehalten hatte. Der Anteil ging an Simon-Hermann Huber, kurzzeitig Obmann des Tiroler BZÖ.

Scheich Al jaber tritt auf den Plan
Mitte 2008 steigt Scheich Mohamed Al Jabers mit einer 60-Prozent-Beteiligung ein. Sein Engagement brachte nicht den erhofften Aufstieg. Aus den zahlreichen angekündigten Projekten wie beispielsweise Hotels in Kals in Osttirol und Goldeck in Kärnten wurde bisher nichts.
 

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