ATX verlor kurzfristig rund drei Prozent

Wiener Börse

ATX verliert am Nachmittag klar

Mit 2.820,16 Punkten liegt der Leitindex mit 1,83% im Minus.

Die Wiener Börse hat sich heute, Donnerstag, am Nachmittag bei gutem Volumen mit sehr schwacher Tendenz gezeigt. Der ATX wurde um 14.15 Uhr mit 2.820,16 Punkten errechnet, das ist ein Minus von 52,46 Punkten bzw. 1,83 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt -1,40 Prozent, FTSE/London -1,12 Prozent und CAC-40/Paris -1,32 Prozent.

In einem schwachen internationalen Börsenumfeld steht auch der heimische Markt unter Druck. Es gebe keine Kaufinteressen im Markt. Das Handelsvolumen sei aber weiterhin dünn, hieß es. Im April lagen die Umsätze in Wien bereits um etwa die Hälfte unter dem Vorjahr. "Auch für morgen bin ich für den ATX nicht zuversichtlich gestimmt. Weil wenn es zumeist am Donnerstag klar nach unten geht, gibt es auch zum Wochenschluss Verluste", formulierte ein Händler.

Unter den Einzelwerten gaben RHI deutlich um 3,22 Prozent auf 23,30 Euro ab, nachdem der Feuerfestkonzern seine Erstquartalszahlen vor Börsenstart vorgelegt hatte. "Die Ergebnisse waren leider unter den Erwartungen. Der Ausblick und der Auftragseingang sind aber eigentlich nicht so schlecht", sagte ein Marktteilnehmer.

Mayr-Melnhof sanken um 0,95 Prozent auf 80,50 Euro. Ein Analyst bewertete den Quartalsausweis des Kartonherstellers in einer ersten Einschätzung als über dem Marktkonsensus. Enttäuschend nahm er jedoch den Ausblick auf.

Andritz sackten ungeachtet einer positiven Analystenmeinung um 3,57 Prozent auf 69,60 Euro ab. Die Experten von HSBC schraubten ihr Kursziel für die Titel des Anlagenbauers von bisher 65 auf nunmehr 80 Euro nach oben. Das Anlagevotum laut aber weiterhin auf "neutral".

Verkaufsdruck gab es unter den Schwergewichten auch bei voestalpine (minus 3,13 Prozent auf 33,32 Euro) und Telekom Austria (minus 2,36 Prozent auf 10,12 Euro) zu beobachten. In einem schwachen Sektor nach erneut massiv gesunken Rohölpreisen gaben OMV um 2,12 Prozent auf 30,05 Euro ab. Europaweit zeigten sich auch die Versicherer tief in der Verlustzone. Vienna Insurance fielen um 2,11 Prozent auf 40,60 Euro.

Ein "optisch" starkes Minus von 7,58 Prozent auf 22,30 Euro wiesen die Post-Anteilsscheine auf. Die Titel werden jedoch ex Dividende im Ausmaß von 1,60 Euro gehandelt. Erneut klar im Plus tendierten Lenzing mit einem Kursgewinn von 2,21 Prozent auf 93,00 Euro. Bereits am Mittwoch zogen die Papiere des Faserherstellers nach Ergebnisvorlage um mehr als drei Prozent an.

Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX zum Handelsauftakt bei 2.872,62 Punkten, das Tagestief lag aktuell bei 2.819,99 Einheiten. Der ATX Prime notierte mit einem Minus von 1,63 Prozent bei 1.372,67 Zählern. Um 14.15 Uhr notierten im prime market acht Titel mit höheren Kursen, 29 mit tieferen und einer unverändert. In einer Aktie kam es bisher zu keiner Kursbildung.

Bis dato wurden im prime market 2.515.817 (Vortag: 1.932.343) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 110,764 (89,14) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Erste Group mit 276.966 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 18,93 Mio. Euro entspricht.