Nach Libor-Skandal

Zins-Manipulation soll bestraft werden

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Binnenmarktkommissar Barnier: "Konsequenzen für das ganze System."

Nach dem Skandal um versuchte Zinsmanipulationen bei mehreren Großbanken sollen einem Zeitungsbericht zufolge EU-weit strengere Regeln eingeführt werden. Zu den Plänen von EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier gehöre unter anderem, Versuche, wichtige Marktindizes in der Europäischen Union zu beeinflussen, unter Strafe zu stellen, berichtete die "Financial Times" (Montag). Schlupflöcher sollten geschlossen werden. Die Regeln, wie die Liborzinsrate für den Interbankenverkehr festgelegt wird, solle auf den Prüfstand.

Die Manipulation solcher Raten sei "Betrug" und habe möglicherweise "Konsequenzen für das ganze System", zitierte die "FT" den Binnenmarktkommissar. Bei der britischen Barclays-Bank hatte es Versuche gegeben, den Liborzins, zu dem sich Banken gegenseitig Geld leihen, zu beeinflussen. Gegen weitere Institute, darunter die Deutsche Bank, laufen Ermittlungen. Bei Barclays hatte Chef Bob Diamond gehen müssen. Die britischen Behörden haben ein Ermittlungsverfahren aufgenommen.

Am Montag wurde der Vizechef der Bank of England (BoE), Paul Tucker, in London vor einem Parlamentsausschuss zur Untersuchung des Skandals erwartet. Ihm wird vorgeworfen, von der Zinsmanipulation gewusst oder sie angetrieben zu haben. Er streitet das ab.

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