Vertrag zwischen Immofinanz und Valora

3,3 Mrd. Börsewert

Immofinanz - Immoeast: Fusion am 29.4.

Immofinanz und Immoeast haben von den Behörden das grüne Licht ihre Fusion bekommen und werden voraussichtlich am 29. April, am Tag vor dem Ende des Geschäftsjahres, verschmelzen. Damit entsteht eine Gesellschaft, deren knapp 1,1 Mrd. Aktien sich auf geschätzte 100.000 Anteilseigner verteilen. Auf Basis des aktuellen Börsekurses wäre die fusionierte Gesellschaft 3,28 Mrd. Euro Wert.

Er sei froh, dass die ausstehende Genehmigung von der Warschauer Börse endlich eingetroffen sei und die Verschmelzung nun stattfinden könne, sagte Immofinanz-Vorstandschef Eduard Zehetner: "Damit gehen wir in eine neue Phase des Wachstums." In den nächsten 2 Wochen erwartet Zehetner die Finalisierung des Verkaufs der Constantia Bad-Bank "Aviso Zeta", für die die Immofinanz die Kosten der Transaktion bezahlen wird.

Es sei gelungen, die letzten strittigen Punkte mit Bank Austria-Chef Willibald Cernko auszuräumen, sagte Zehetner. Zehetner glaubt, dass der Deal in den nächsten 2 Wochen stattfinden kann. Juristische Risiken übernehme die Immofinanz damit jedenfalls keine - im Notfall müsse man die Bad Bank eben in Konkurs schicken, sagte Zehetner. Aus der Aufarbeitung der in der Gesellschaft liegenden Forderungen erwarte sich die Immofinanz aber einen zweistelligen Millionenbetrag.

"Als nächsten großen Schritt erwarten wir den Generalvergleich." Sollte der Vergleich, an dem seit 1,5 Jahren verhandelt wird, erst im Mai stattfinden, sei das für den Jahresabschluss 2009/10 jedenfalls "überhaupt kein Problem". Eine Forderung von 350 Mio. Euro, die aus den ursprünglich verschwundenen 500 Mio. Euro komme, könne sich nach oben bewegen, "dass sie reduziert werden muss, ist nicht anzunehmen".

Fusion ermöglicht Streamlining

Die Fusion der Immofinanz mit der Immoeast erspart dem Unternehmen die Kosten der bisher doppelten Börsenotierung sowie der doppelten "Organe". Der Vorstand wird laut Zehetner auf vier Personen beschränkt bleiben, die Agenden des abgegangenen Immoeast-Vorstands Edgar Rosenmayr wurden auf die anderen Vorstände aufgeteilt.

Die Verschmelzung wird für 29. April erwartet, der Handel mit Immoeast-Aktien an der Wiener Börse wird mit Beginn des Umtauschstichtags beendet. Eine Notierung von Immofinanz-Aktien an der Warschauer Börse anlässlich der Verschmelzung erfolgt nicht. Für zwei Immoeast-Aktien bekommen deren Anteilsinhaber drei Immofinanz-Papiere, der Umtausch erfolgt zu Beginn des Umtauschstichtags. Am Ende werden 1,074 Mrd. Immofinanz-Titel gelistet sein.

Der derzeitige Immofinanz-Hauptaktionär, die Fries-Gruppe, die aktuell 11,4 % hält, dürfte - so sie nicht zukauft - auf rund 5 % verwässert werden.

Die Verschmelzung und die Kapitalerhöhung der Immofinanz AG um rund 589 Mio. Euro zur Ausgabe von rund 567,4 Mio. Stück Immofinanz-Aktien an die Aktionäre der Immoeast werden mit Eintragung in das Firmenbuch wirksam.