Petrikovics

Immofinanz-Urteil:

6 Jahre Haft für Banker Petrikovics

Justiz greift knallhart durch: Immofinanz-Chef und Manager fassten mehrjährige Haftstrafen aus.

Dreieinhalb Stunden Beratung – und dann ein Hammerurteil : Immofinanz-Chef Karl Petrikovics, einst schillernster Banker des Landes, wurde Freitagabend wegen schwerer Untreue zu sechs Jahren unbedingter Haft verurteilt. Kaum milder die Urteile für seine Mitangeklagten: Immofinanz-Aufsichtsrats-Chef Helmut Schwager bekam viereinhalb Jahre, Ex-Prokurist Christian Thornton zwei Jahre bedingt. Der vierte Angeklagte Norbert Gertner war krank. Die Urteile sind nicht rechtskräftig, Petrikovics kündigte Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an.

Richterin Claudia Moravec-Loidolt nahm sich in der Urteilsbegründung kein Blatt vor den Mund: „Petrikovics war der Mastermind“, er sei der im Prozess zitierte „Sonnenkönig“ gewesen. Schwere Untreue kann mit bis zu 10 Jahren Haft bestraft werden – mit den sechs Jahren wurde mehr als die Hälfte des Strafrahmens ausgeschöpft.

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6 Jahre Haft für Banker Petrikovics
× 6 Jahre Haft für Banker Petrikovics

Für Firmengeflecht war ein Leintuch nötig
Tatsächlich wogen die Vorwürfe schwer: Petrikovics, Schwager und Gertner sollen die komplizierte Firmenkonstruktion des Constantia-Immofinanz-Konzerns ausgenutzt haben, um sich rund 21 Millionen Euro zuzuschanzen.

Es sei stets um „fiktiven Aktienerwerb“ aber um „realiter ausbezahlte Gewinne“ gegangen, so die Richterin. In dem Geflecht wurde „alles hin und her geschoben im Auftrag von Petrikovics“. Richterin Moravec-Loidolt weiter: „Petrikovics hat die Bank und das Leintuch beherrscht“. Skurril: Mit „Leintuch“ werden die Tochtergesellschaften bezeichnet. Und weil es so viele waren, konnten sie nur auf einer Fläche so groß wie ein Leintuch dargestellt werden.

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