Hauptpreisdämpfer Ausgabengruppe Verkehr

Inflation hat Nullpunkt erreicht

In Österreich hat die Inflation 0,0 Prozent erreicht, die Verbraucherpreise haben sich im Juni 2009 also nicht verändert. Das ist der niedrigste Wert seit August 1966. Stabil waren die Preise sowohl im Vergleich zu Juni 2008 als auch zum Mai 2009. Im Euro-Raum ist bereits eine leichte Deflation zu spüren. Für die Wirtschaft wird damit ein Horror-Szenario wahr!

Denn was gut klingt, hat schwerwiegende Folgen für die Ökonomie. Sinken die Preise für Autos, Fernseher und viele andere Waren und Dienstleistungen erst einmal, lauern die Verbraucher auf noch günstigere Angebote. Sie wollen nicht heute kaufen, was morgen noch billiger werden könnte. Dadurch dreht sich die Abwärtsspirale schneller.

Umsatz und Gewinne der Unternehmen brechen ein. Sie treten auf die Kostenbremse, investieren nicht mehr, bauen massiv Stellen ab. Die verunsicherten Verbraucher scheuen dann erst recht größere Anschaffungen. Der Konsum als wichtigster Motor der Binnenkonjunktur wird abgewürgt - ein Teufelskreis!

Im Mai dieses Jahres hatte die Inflationsrate im Jahresvergleich noch 0,3 Prozent betragen, im April waren es 0,7 Prozent gewesen und im März 0,8 Prozent. Der nach diesem kontinuierlichen Rückgang jetzt eingetretene Stillstand wurde, wie in den letzten Monaten, hauptsächlich durch den statistischen Basiseffekt bei Treibstoffen und Heizöl verursacht, also die starke Teuerung im Vorjahr.

Hauptpreisdämpfer war im Jahresabstand die Ausgabengruppe Verkehr mit einem Minus von 6,7 Prozent, Hauptpreistreiber die Ausgabengruppe "Verschiedene Waren und Dienstleistungen" mit plus 3,4 Prozent, was laut Statistik Austria vor allem durch höhere Preise bei Versicherungen verursacht ist.

Niedriger waren im Vergleich zum Vorjahresmonat auch die Ausgaben für Erziehung und Unterricht. Deutlich höhere Preise gab es dagegen beispielsweise bei Versicherungen und Körperpflege. In der Ausgabengruppe "Wohnen, Wasser, Energie" gab es einen Anstieg um 1,5 Prozent: Wohnungsmieten erhöhten sich dabei aber um fünf Prozent, Heizöl verbilligte sich um 39 Prozent. Teurer war auch Strom.

In der Eurozone ist die Inflation erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen vor zwölf Jahren negativ ausgefallen. Die jährliche Teuerungsrate fiel im Juni auf minus 0,1 Prozent. Damit sanken die Preise im statistischen Durchschnitt erstmals anstatt zu steigen.