Jetzt 
packt 
Tankstellen-Pächter aus

Sprit-Wahnsinn

Jetzt 
packt 
Tankstellen-Pächter aus

Mit einfachen Tricks verwirren die Öl-Konzerne die Autofahrer.

Am Dienstag wurde erneut eine „Spritpreis-Schallmauer“ durchbrochen. Erstmals in der Geschichte kletterte der Durchschnittspreis für Super-Benzin auf über 1,50 Euro – auf exakt 1,513 €. Es war der stärkste Anstieg, den es jemals an einem Tag gab: plus 2,5 Cent. „Die Öl-Multis nutzen die Reisezeit zu Ostern schamlos aus“, empören sich Experten und Autofahrer gleichermaßen.

Thomas K.: „Der Trick ist 
die Verwirrung der Kunden“
Einer, dem der hohe Preis nur recht sein sollte, ist Tankstellenpächter Thomas K. (50, Name von der Redaktion geändert). Er verdient zwar prächtig am teuren Sprit, aber: „Ich will die Aggression meiner Kunden nicht mehr spüren.“ K. entschied sich nun, auszupacken – er verriet ÖSTERREICH, wie dreist die Konzerne abkassieren.

  • Kontrolle in Zentrale. „Wir Tankstellenpächter haben keinen Einfluss auf die Preise“, erzählt K. im 
ÖSTERREICH-Gespräch. Alles läuft per Computer. Direkt aus der Zentrale werden die Preise an den Tanksäulen gesteuert. Tankstellenpächter haben nichts zu melden.
  •  „Verwirrung“. Bis zu sechs Mal täglich ändern sich die Preise. Einmal (um 12.00 Uhr) gibt es eine saftige Erhöhung. Aber: „Mit dem häufigen Auf und Ab der Preise steigt die Verwirrung der Kunden – mit voller Absicht“, so K. Das ist der Trick. Der Autofahrer mit dem leeren Tank kennt sich nicht mehr aus, weiß nicht, ob der aktuelle Preis ein Wucher ist oder nicht. Meist sei er natürlich zu hoch, räumt auch K. ein.
  •  Gewohnheit. „Die wilden Preis-Änderungen geschehen alle auf einem relativ hohen Niveau“, so der Sprit-Insider. Die Kunden gewöhnen sich an die hohen Preise, glauben auch bei kleinsten Abwärts-Bewegungen, dass sie einen guten Deal machen.
  •  „Maximal abkassieren“, lautet das Stichwort, sagt der Tankstellen-Pächter K. Nicht nur jetzt zu Ostern steigen die Preise rasant. Jede Woche gibt es ein wiederkehrendes Muster: Am Montag werden die Preise ein wenig gesenkt. Aber bis zum Wochenende (wenn die meisten Menschen ins Auto steigen) springen die Kosten pro Liter auf Rekord-Levels.
  •  Billiger Vormittag. Am billigsten ist Sprit immer an den Vormittagen zwischen 10.30 und 12.00 Uhr.
  •  Preis-Explosion. Die Prognose des Insiders: „Am Karfreitag kommt sicher der nächste Preis-Schock.“

 

Die Forderungen der ÖSTERREICH-Petition im Detail:

  1. MöSt:Die Mineralölsteuer-Erhöhung (per 1. 1. 2011) muss zurückgenommen und deutlich gesenkt werden. Sie wurde von den Konzernen vollständig an die Autofahrer weitergegeben. 52 % des Spritpreises gehen an die Finanzministerin!
  2. Spekulanten: Spekulation ist hauptschuldig an horrenden Spritpreisen. Diese „Wetten“ auf den Ölpreis müssen von EU und Staat schärfer kontrolliert werden.
  3. Preisabsprachen: Die Öl-Konzerne müssen mit Preis- und Kartellverfahren unter Druck gesetzt werden. Hierzu muss es sowohl in Österreich als auch EU-weit Untersuchungen geben.
  4. Pendler: Die Pendlerpauschale muss fairer werden. Die Abrechnung sollte kilometerabhängig werden – jeder soll das bekommen, was ihm zusteht.
  5. Höchstpreis: Einführung eines „Höchstpreises“.