Der Krieg im Nahen Osten bringt Europas Luftverkehr ins Wanken. Experten warnen vor Kerosin-Engpässen schon ab Ende Mai. Für Reisende könnte das spürbare Folgen haben.
Der internationale Airline-Verband International Air Transport Association (IATA) schlägt Alarm: Wegen des Kriegs rund um den Iran könnte Kerosin knapp werden. Generaldirektor Willie Walsh warnt vor möglichen Flugausfällen in Europa. Entscheidend sei nun, alternative Lieferwege zu sichern und Notfallpläne vorzubereiten.
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Straße von Hormus als Risiko
Ein Großteil des Kerosins kommt aus dem Nahen Osten, vor allem über die Straße von Hormus. Beschädigte Öl-Anlagen und gestörte Lieferketten verschärfen die Lage. Laut Experten könnten mehrere europäische Länder bereits in den kommenden Wochen von Engpässen betroffen sein.
Tickets werden deutlich teurer
Die Folgen sind bereits spürbar: Flugpreise steigen. „Die Ticketpreise werden stark steigen, damit wird die Nachfrage nach Flugdienstleistungen zurückgehen“, sagte Gabriel Felbermayr. Besonders Fernreisen nach Südostasien oder Australien sind deutlich teurer geworden.
Die Lufthansa hat bereits reagiert: Ihre Regionaltochter wird teilweise stillgelegt, 27 Maschinen bleiben am Boden. Auch Streiks verschärfen die Situation zusätzlich. Branchenvertreter warnen vor wirtschaftlichen Schäden.
Europa sucht Ersatz
Bisher kamen rund 75 Prozent der Kerosin-Importe aus dem Nahen Osten. Ersatzlieferungen, etwa aus den USA, können nur etwa die Hälfte kompensieren. Die International Energy Agency sieht daher eine mögliche Knappheit in den nächsten Wochen.
Die Branche verlangt staatliche Eingriffe: Reserven sollen freigegeben und Lieferwege ausgeweitet werden. Auch rechtlich könnte sich etwas ändern: Airlines wollen, dass Ausfälle wegen Treibstoffmangel als „außergewöhnliche Umstände“ gelten, dann müssten Passagiere keine Entschädigung erhalten.
Erste Probleme in Italien
Die Billig-Airline Wizz Air meldete bereits kurzfristige Engpässe an Flughäfen in Venedig, Brindisi und Catania. „Wir hatten Probleme aufgrund eines Engpasses an Flugbenzin in drei italienischen Flughäfen“, sagte Firmenchef Jozsef Varadi.
Die Lage sei aktuell noch unter Kontrolle, doch die Unsicherheit bleibt.