"Wiener Wachstum"

Standort-Turbo gezündet: Millionen-Spritze für Wiens Wirtschaft

Mit 7 Millionen Euro unterstützen die Stadt Wien und die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien Unternehmen beim nächsten Sprung. Die Initiative "Wiener Wachstum" fokussiert sich auf aufstrebende Betriebe aus der Gesundheits- und Digitalsparte. 

Wien festigt in einem herausfordernden Umfeld seine Position als stärkster Wirtschaftsmotor des Landes. Damit das so bleibt und heimische Betriebe beim Sprung an die Weltspitze nicht außer Atem kommen, zünden die Stadt Wien und die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien nun den nächsten Turbo. Mit dem neuen Finanzierungsinstrument namens "Wiener Wachstum" stehen ab Herbst insgesamt 7 Millionen Euro bereit, um kleine und mittlere Unternehmen (KMU) gezielt zu unterstützen.

Starkes Signal für den Wirtschaftsstandort 

Der Fokus der Initiative liegt klar auf Zukunftsbranchen. Vor allem Firmen aus der Gesundheitswirtschaft und dem Digital-Sektor sollen von den neuen Mitteln profitieren. Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) bezeichnet Wien in diesem Zusammenhang als den unangefochtenen Wirtschaftsmotor Österreichs. Die Stadt verzeichne eine Rekordbeschäftigung und habe als einziges Bundesland zuletzt echtes Wachstum vorweisen können.

"Wer in Wien ein Unternehmen gründet, kann sich sicher sein, dass man maßgeschneidert dabei unterstützt wird", hält der Stadtchef fest. Nun schaffe man ein völlig neues Werkzeug, das die Gründerinnen und Gründer im nächsten wichtigen Schritt begleite. Laut Ludwig sei es gerade in der aktuellen geopolitischen Lage oft schwierig, an frisches Kapital für Expansionen zu kommen. Hier hakt die neue Initiative ein.

Lückenschluss für den Mittelstand

Die Mittel für den neuen Topf werden jeweils zur Hälfte von der Wirtschaftsagentur Wien und der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien bereitgestellt. Das Ziel sei laut Vizebürgermeisterin und Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak (SPÖ) klar. Man wolle mehr Wachstum sowie zusätzliche Arbeitsplätze schaffen und sicherstellen, dass erfolgreiche Betriebe in ihrer Heimatstadt bleiben.

"Wir setzen damit ein starkes Finanzierungssignal für den Standort und schließen gezielt diese Lücke", betont Novak. Es gehe darum, den Mittelstand genau dort zu unterstützen, wo es um den Sprung auf internationale Märkte oder neue Technologien geht. Dabei handelt es sich bei dem Geld keineswegs um ein klassisches Geschenk der öffentlichen Hand. Die Beteiligungen sind so aufgebaut, dass die Summen bei Erfolg wieder zurückfließen. Auf diese Weise entstehe laut Novak ein nachhaltiger Finanzierungskreislauf, der künftig auch weiteren Wiener Firmen beim nächsten großen Entwicklungsschritt hilft.

Eckpunkte von "Wiener Wachstum" auf einen Blick

  • Startkapital: 7 Millionen Euro (50 % Stadt Wien / 50 % Raiffeisen)
  • Investitionssumme: 100.000 bis 500.000 Euro pro Runde
  • Zielgruppe: Etablierte KMU und Scale-ups mit Sitz in Wien
  • Branchenfokus: Gesundheit (Life Sciences, Pharma) und Digitales (KI, IT)
  • Zeitplan: Start im Herbst 2026, erste Auszahlungen ab 2027 

Partner für die Zukunft

Auch vonseiten der Bankenwelt sieht man in der Kooperation einen Meilenstein. "Als Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien verfolgen wir klar das Ziel, dort zu investieren, wo Zukunft entsteht. Genau deshalb ist die Zusammenarbeit mit der Stadt Wien und der Wirtschaftsagentur Wien für uns eine besonders wertvolle Möglichkeit KMUs bei ihren nächsten Wachstumsschritten zu unterstützen.", so Michael Höllerer, Generaldirektor der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien.

Wien als Magnet für Gründer

Dass der Boden in der Stadt fruchtbar ist, belegen die jüngsten Zahlen eindrucksvoll. Im Jahr 2024 wurde erstmals die Schallmauer von 10.000 Neugründungen durchbrochen, während das Jahr 2025 mit rund 11.000 neuen Firmen bereits den nächsten Rekord markierte. Da 99,8 Prozent aller Wiener Unternehmen KMU sind und diese rund 64 Prozent aller Jobs sichern, ist die gezielte Förderung dieses Segments eine logische Konsequenz der Stadtpolitik.

Mit dem neuen Instrument will man nun verhindern, dass innovative Firmen aufgrund fehlenden Kapitals ins Ausland abwandern. Stattdessen soll die Wertschöpfung in der Heimatstadt bleiben. Die operative Umsetzung übernimmt die Wachstum Wien GmbH, die ab Herbst 2026 ihre Arbeit aufnimmt. Details zur Antragstellung werden laut den Verantwortlichen zeitnah veröffentlicht.

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