Noch kann nur spekuliert werden

Kleinerer Verbund-Vorstand nach Kern-Abgang möglich

Falls Verbund-Vorstandsdirektor Christian Kern tatsächlich zur ÖBB wechselt - dies soll sich morgen (9. März) offiziell entscheiden -, könnte beim größten heimischen Stromkonzern entweder die Chefetage verkleinert werden oder der vakante Posten auch intern nachbesetzt werden. Eine Reduktion von einem Vierer- auf einen Dreier-Vorstand könnte eine Variante sein, hieß es aus informierten Kreisen.

Eine weitere Option ruft das "WirtschaftsBlatt" (Montag) in Erinnerung: Günther Rabensteiner, Vorstandschef der Verbund-Tochter Austrian Power Trading (APT), könnte auf Kern nachfolgen. Rabensteiner war schon bei früheren Nachbesetzungen im Verbund-Vorstand als möglicher Kandidat genannt worden.

Der 56-Jährige wird wie Kern (44) der roten Reichshälfte zugerechnet. Seit 1999 sitzt er im Chefsessel der internationalen Stromhandelsgesellschaft. Als Mitglied der Gesellschafterausschüsse der APT in München und Laibach, als Aufsichtsrat der Verbund Hydro Power und der APT in Warschau, als Verwaltungsrat der Verbund Italia und Börsenrat der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig "verfügt er wohl auch über ausreichend Erfahrung im Auslandsgeschäft, um in Kerns Fußstapfen zu treten", so die Zeitung.

Rot-Schwarze Aufteilung

Die Verbund-Chefetage besteht aus den beiden "schwarzen" Vorständen Wolfgang Anzengruber und Ulrike Baumgartner-Gabitzer und aus Hannes Sereinig sowie Christian Kern aus der SPÖ zugeordneten Managerriege.

Auch im Aufsichtsrat von Österreichs größtem Stromkonzern, der zu 51 % im Eigentum der Republik Österreich steht, soll dem Vernehmen nach zu Änderungen kommen, heißt es im "WirtschaftsBlatt". Die Verträge der zehn Kapitalvertreter laufen noch bis zur Hauptversammlung, die die Bilanz 2009 absegnen wird. Die nächste ordentliche Verbund-HV findet am 7. April statt.

Dem Zeitungsbericht zufolge gelte als sicher, dass Flughafen-Chef Herbert Kaufmann sein Mandat im Verbund verliert. Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber habe immer wieder betont, wie wichtig ihm die Industrievertreter seien, weshalb hier wohl mit keiner Änderung zu rechnen ist.

Und auch AR-Chef Gilbert Frizberg zeige sich zuversichtlich, auch in der kommenden Periode dem Kontrollgremium vorzustehen. Neben Frizberg und Kaufmann gehören dem Verbund-Aufsichtsrat folgende Kapitalvertreter an: Maximilian Eiselsberg (1. stellvertretender Vorsitzender), Peter Püspök (2. stellvertretender Vorsitzender), TU-Professor Günther Brauner, der Industrielle Alfred Heinzel, EVN-Chef Burkhard Hofer, Sektionsleiter Michael Losch, Hansjörg Tengg und Magna-Europe-Chef Siegfried Wolf.