Krise machte KTM schwer zu schaffen

KTM plant massive Kapitalerhöhung

Der Motorradhersteller plant eine massive Kapitalerhöhung und will sich diese in einer ao. Hauptversammlung am 26.2. absegnen lassen. Das Grundkapital soll von derzeit 7,58 Mio. um bis zu 2,5 Mio. auf bis zu 10,158 Mio. Aktien aufgestockt werden.

Davon sind bis zu 828.000 Aktien für die Umwandlung von Gesellschafterdarlehen vorgesehen. Der Ausgabekurs soll höchstens 17 Euro betragen. Die Aktie notierte an der Wiener Börse heute vormittag mit 16,35 Euro (+2,19 % gegenüber Vortag).

Beschlossen werden soll bei der im oberösterreichischen Mattighofen stattfindenden HV die Ausgabe von bis zu 828.000 Stück im Nominale von 1 Euro gegen eine Sacheinlage, die aus Gesellschafterdarlehen an die KTM-Power-Sports-Tochter KTM-Sportmotorcycle AG im Ausmaß von 12,8 Mio. Euro besteht.

Auf die zur KTM-Mehrheitseigentümerin Cross Industries gehörende Cross Finanzierungs GmbH entfallen dabei Darlehensforderungen von Nominale 12,2 Mio. Euro und auf den KTM-Miteigentümer Hans-Jörg Hofer (mehr als 5 %) Nominale 600.000 Euro. Für diesen Teil der geplanten Kapitalerhöhung ist für die übrigen Aktionäre ein Bezugsrechteausschluss vorgesehen.

Weiters sollen bis zu 1,75 Mio. Aktien ausgegeben werden, für die kein Bezugsrechteausschluss gilt. Der Ausgabepreis dieser Tranche ist ebenfalls mit maximal 17 Euro je Aktie angesetzt. Die KTM Power Sports AG könnte damit, falls der Höchstkurs zur Anwendung kommt, bis zu fast 30 Mio. Euro erhalten. Der Gegenwert der Gesellschafterdarlehen läge bei 14 Mio. Euro.

Der im Midmarket-Segment der Wiener Börse notierten KTM hat die Krise schwer zu schaffen gemacht. Nach einem drastischen Sparkurs wurden im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2009/10 wieder Gewinne geschrieben. Der Gewinn nach Steuern betrug in den ersten 3 Monaten mit 3,6 Mio. Euro, nach einem Verlust von 27 Mio. Euro im Vergleichszeitraum des vorangegangen Jahres. Im Gesamtjahr 2008/09 (per 31. August) hatte das Unternehmen noch insgesamt 81,4 Mio. Euro Verlust gemacht. Mehr als 450 Mitarbeiter wurden abgebaut.

Kurzarbeit vorzeitig beendet

Die Kurzarbeit war Ende September vorzeitig beendet worden. Das Land Oberösterreich hatte zur Jahresmitte eine Haftung über 33,6 Mio. Euro übernommen, nachdem der Motorradproduzent einen Finanzbedarf in der Gesamthöhe von 90 Mio. Euro gemeldet hatte. 42 Mio. Euro entfielen auf Lombarddarlehen an die Holding KTM Power Sports AG, für 80 % bzw. 33,6 Mio. Euro gab es die Landeshaftung.

Die KTM Power Sports AG gehört laut Firmencompass zu 50,19 % der Cross Industries AG von Stefan Pierer und Rudolf Knünz, 31,72 % hält die Bajaj Auto International Holdings B.V., mehr als 5 % die Hofer Privatstiftung und weniger als 13,09 % sind im Streubesitz.