Gasser kämpft mit harten Einbußen bei Anzeigen

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Sparmaßnahmen beim "WirtschaftsBlatt"

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Eine Neuorganisation steht dem "WirtschaftsBlatt" ins Haus. Die "WirtschaftsBlatt" Verlag AG soll ab 1. Oktober in vier Tochterfirmen gegliedert werden. Betroffen sind nach Angaben von Hans Gasser, Vorstandsvorsitzender des Verlages, rund 80 Angestellte. 60 von ihnen sollen in Zukunft in der sogenannten "WirschaftsBlatt" Agentur GmbH arbeiten, die Print- und Onlineplattform mit Inhalten beliefert.

Bezahlt wird dort nicht mehr nach Tageszeitungs-KV sondern nach Gewerbe-Kollektivvertrag. Betriebsvereinbarungen, Journalistengesetz und ein noch zu verhandelndes Redaktionsstatut sollen aber "die Interessen der Journalisten schützen", sagte Gasser der APA.

Laut Gasser handelt es sich bei dieser Maßnahme um eine "strategische und zukunftsorientierte Neuorganisation". Gleichzeitig muss das "WirtschaftsBlatt", das aufgrund der Finanzkrise einen Anzeigenrückgang von 30 Prozent verbuchen muss, Sparmaßnahmen setzen. Dazu gehören ein "massiver Urlaubsabbau" sowie ein freiwilliger Gehaltsverzicht von fünf bis zehn Prozent. Die Höhe des Gehaltsverzichts richtet sich nach der Summe des Einkommens.

Ein Sozialausschuss soll "soziale Härtefälle identifizieren, die von der Regelung ausgeklammert werden". Der Aufsichtsrat des Verlags hat den Vorstand am Mittwoch (24. Juni) ermächtigt, "die vorgeschlagenen Sparmaßnahmen umzusetzen und wenn möglich das Einvernehmen mit dem Betriebsrat herzustellen", so Gasser.

Neuerungen gibt es bei der Freitags erscheinenden Beilage "WirtschaftsBlatt kompakt". Das Produkt geht von 24. Juli bis 4. September in eine Sommerpause, ab 11. September soll es aufgewertet werden und als wöchentliches Wirtschaftsmagazin mit einem Mindestumfang von 36 Seiten erscheinen. Auch im Design soll "kompakt", das in einer Auflage von mindestens 45.000 Stück erscheint, "upgegradet" werden.

Der Aufsichtsrat des Verlags hat die vom Vorstand vorgeschlagene Neuordnung der "WirtschaftsBlatt"-Verlag-AG am Mittwoch gegen die zwei Stimmen der Betriebsräte beschlossen. In den nächsten Monaten will der Vorstand die genauen Modalitäten mit dem Betriebsrat ausverhandeln, am 1. Oktober soll die neue Organisation operativ umgesetzt werden. Die Mitarbeiter wurden am Mittwoch in einer Mitarbeiterversammlung vom Vorstand über die Beschlüsse des Aufsichtsrats informiert.

Zehn Mitarbeiter für Print

Neben der Agentur GmbH soll es künftig beim "WirtschaftsBlatt" die Print GmbH geben. Hier sollen laut Gasser jene voraussichtlich zehn Mitarbeiter tätig sein, die ausschließlich für die tägliche Produktion der Plattform Tageszeitung zuständig sind. In der "WirtschaftsBlatt" Digital GmbH, für die der IT-KV gilt, werden weitere zehn Mitarbeiter beschäftigt. 40 Angestellte arbeiten bereits in der Marketing-GmbH, für die der KV Werbung- und Marktkommunikation angewendet wird.

Mit den Sparmaßnahmen sollen Kündigungen, wie sie etwa in Deutschland der Fall sind, "wenn irgend möglich umgangen werden", so Gasser. Erst heute, Mittwoch, hat die Verlagsgruppe Handelsblatt bestätigt, dass in den kommenden Monaten in Verwaltung und Redaktion 150 von insgesamt 825 Arbeitsplätzen gestrichen werden.

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