Pharmakonzern Novo Nordisk rechnet mit gigantischem Verkaufserfolg der Abnehmpille.
Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk blickt dank eines starken Verkaufsstarts seiner neuen Abnehmpille etwas optimistischer auf das Gesamtjahr. Für 2026 erwartet das Unternehmen nun einen währungsbereinigten Rückgang bei Umsatz und Betriebsgewinn von vier bis zwölf Prozent. Zuvor war das Unternehmen von einem Minus von fünf bis 13 Prozent ausgegangen.
"Der starke Absatz von Wegovy zusammen mit dem anhaltenden Wachstum im internationalen Geschäft hat uns dazu veranlasst, unsere Prognose für 2026 anzuheben", erklärte Konzernchef Mike Doustdar am Mittwoch bei der Vorlage der Quartalsbilanz.
Unternehmen setzt Hoffnung auf Wegovy-Pille
Im ersten Quartal sank der bereinigte Betriebsgewinn währungsbereinigt um sechs Prozent auf 32,86 Milliarden Dänische Kronen (4,4 Mrd. Euro). Analysten hatten einen stärkeren Rückgang auf 28,74 Milliarden Kronen befürchtet. Novo Nordisk setzt große Hoffnungen auf seine im Jänner in den USA eingeführte Wegovy-Pille, um die Folgen des harten Preiskampfs bei Adipositas-Medikamenten abzufedern. Mit mehr als zwei Millionen Rezepten seit dem Marktstart verzeichnete das Unternehmen nach eigenen Angaben die bisher stärkste Einführung eines GLP-1-Medikaments in den USA.
Zudem brachte der Konzern im April eine höher dosierte Wegovy-Spritze auf den US-Markt, die in Studien zu einem durchschnittlichen Gewichtsverlust von fast 21 Prozent führte. Der Konzern steht in einem intensiven Wettbewerb mit dem US-Rivalen Eli Lilly. Dieser hatte Anfang April von der US-Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung für sein Konkurrenzpräparat Foundayo erhalten und Novo Nordisk damit die Stellung als alleiniger Anbieter einer Abnehmpille in den USA streitig gemacht.
Hinter Novo Nordisk liegt ein schwieriges Jahr. Rückschläge bei klinischen Studien und unerwartet schwache Umsätze hatten das Unternehmen unter Druck gesetzt. Seit dem Höchststand im Jahr 2024 hat der Konzern mehr als 400 Milliarden Dollar (342,3 Mrd. Euro) an Börsenwert verloren. Die aktuellen Quartalszahlen wurden zudem durch einen Sondereffekt stark verzerrt: Eine Rückstellung für ein US-Rabattprogramm in Höhe von 4,2 Milliarden Dollar wurde aufgelöst. Dadurch schoss der Umsatz um 32 Prozent auf 96,82 Milliarden Kronen in die Höhe, während die bereinigten Erlöse aufgrund gesunkener Verkaufspreise um vier Prozent nachgaben.