ÖBB Immo: Heuer höhere Verkaufserlöse

Mehrere Großprojekte

ÖBB Immo: Heuer höhere Verkaufserlöse

Die ÖBB-Immobilientochter bekommt zwei neue Geschäftsführer-

Die ÖBB Immobilienmanagement GmbH, die sich um die Immobiliengeschäfte der Bundesbahn kümmert, hat zahlreiche Großprojekte "auf Schiene": Eine "Abschlussbilanz" legte der scheidende Geschäftsführer Claus Stadler, der mit Jahresende die ÖBB verlässt und im März als Geschäftsführer der Porr-Tochter Strauss & Partner Immobilien antritt, bei der Münchner Immobilienfachmesse Expo Real 2011 ab. Durch die Standortkonzentration, die Zusammenführung von Organisationseinheiten und Gesellschaften auf zentralen Standorten, werden Flächen frei, die von der ÖBB Immo verwertet werden. Bei den großen Bahnhofprojekten entstehen ebenfalls neue Entwicklungsgebiete.

Zwei neue Geschäftsführer
Bei der ÖBB Immo werden künftig zwei neue Geschäftsführer agieren: Die zweite Geschäftsführerin Birgit Wagner ist ja in die Chefetage des Personenverkehrs um- bzw. aufgestiegen, Stadler verlässt nach sieben Jahren die ÖBB. Die neue Führung soll im November feststehen. In der Immobilienmanagement GmbH, einer Tochter der ÖBB Infrastruktur, sind 860 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. Die Verkaufserlöse von 110,4 Mio. Euro im Jahr 2010 sollen heuer übertroffen werden, erwartet Stadler.

Bahnhofscity Wien West eröffnet Ende November
In rund eineinhalb Monaten, am 23. November, wird die "Bahnhofscity Wien West" eröffnet, wo rund um den modernisierten Westbahnhof Geschäfte, Büros und ein Hotel errichtet wurden. 90 Geschäfts-, Gastronomie- und Dienstleistungsbetriebe auf drei Ebenen mit 17.000 m2 Verkaufsfläche sollen ein neuer urbaner Anziehungspunkt werden. Die neuen Einkaufsmöglichkeiten mit dem Schwerpunkt Bekleidung, Lebensmittel und Gastronomie können allerdings nur während der gesetzlichen Ladenöffnungszeiten genutzt werden - ein langes "Bahnhof-Shopping" wie etwa im Billa am Bahnhof Praterstern wird im großen Merkur-Markt am Westbahnhof nicht möglich sein, bedauert Stadler. Der Grund: Dafür wäre eine Ausnahmegenehmigung nötig, die bisher aber nicht erteilt worden sei. Daher könne nur der "kleine" Merkur mit bahn-affinen Produkten auf maximal 80 m2 länger offenhalten.

Am Gelände Wien Nordbahnhof geht die Stadtteilentwicklung weiter: Bis 2025 soll hier ein neuer Stadtteil mit 10.000 neuen Wohnungen und Büros für rund 10.000 Arbeitsplätze realisiert werden. 1.300 Wohnungen sind bisher fertig, 1.400 Wohnungen sind im Bau. Ende November wird das Ergebnis des städtebaulichen Wettbewerbs für die UniCredit Bank Austria-Büros erwartet, Baubeginn soll 2013 sein.

In Wien-Favoriten wird zwischen Südbahn, Laxenburgerstraße und Landgutgasse ab 2015 gebaut: Auf 9 ha ehemaliger Bahnfläche neben dem Hauptbahnhof soll ein neuer Stadtteil mit 50.000 m2 Büro- und Gewerbeflächen, rund 1.000 Wohnungen, Schule und Kindergarten entstehen.

Am künftigen Hauptbahnhof Wien geht die Liegenschaftsverwertung voran: Die gesamte Bruttogeschoßfläche liegt bei 1,157.000 m2. Bisher sind 71 Prozent davon verwertet, weitere 10 Prozent sind gerade im Verkauf. Zwei große Baufelder rechts und links vom Bahnhof sind noch zu haben: Das Baufeld A.01 zwischen Wiedner Gürtel und den Geleisen ist zum Verkauf ausgeschrieben, die Vergabe wird im April 2012 erwartet. Für den Standort der künftigen ÖBB-Konzernzentrale am Baufeld B.01 laufen Verhandlungen zur Errichtung und Vermietung des künftigen Bahn-Headquarters. Die ÖBB werden dort das Baurecht für 80 Jahre vergeben und das Gebäude zurückmieten. Die Erlöse aus den Liegenschaftsverkäufen kommen der Finanzierung des Hauptbahnhofs zugute.