Droht schon bald die nächste Zins-Anhebung? Wegen steigender Ölpreise und wachsender Inflationssorgen mehren sich innerhalb der Europäischen Zentralbank die Signale für eine mögliche Entscheidung im April.
Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte angesichts der aktuellen Entwicklungen auf eine straffere Geldpolitik zusteuern. Hintergrund ist vor allem der Ölpreisanstieg im Zuge des Iran-Kriegs, der die Inflation weiter antreiben könnte.
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Bundesbankpräsident Joachim Nagel erklärte dazu: "Nach aktuellem Stand ist es denkbar, dass sich die mittelfristigen Inflationsaussichten verschlechtern und die Inflationserwartungen nachhaltig steigen, was eine restriktivere Geldpolitik wahrscheinlich notwendig machen würde."
Entscheidung könnte schon bald fallen
Das EZB-Ratsmitglied fügte hinzu, dass "zuverlässigere Daten hierzu voraussichtlich bereits bei der nächsten Sitzung des EZB-Rats in sechs Wochen vorliegen werden". Die nächste Sitzung der Währungshüter findet im April statt – und könnte damit richtungsweisend werden.
Nagel erinnerte auch an die Entwicklungen nach Beginn des Ukraine-Kriegs 2022. Damals hatte die EZB den Inflationsanstieg zunächst unterschätzt, die Teuerung kletterte zeitweise auf über zehn Prozent. Diese Erfahrungen spielten heute eine wichtige Rolle, auch wenn sich die Ausgangslage inzwischen verbessert habe.
Auch Lagarde warnt vor Risiken
Bereits am Vortag hatte EZB-Präsidentin Christin Lagarde auf die zunehmenden Unsicherheiten hingewiesen, da "der Krieg im Nahen Osten zu deutlich unsichereren Aussichten geführt hat". Die Folgen könnten gravierend sein: Steigende Preise bei gleichzeitig schwächerem Wirtschaftswachstum.
Neben Bundesbankpräsident Nagel hat sich am Morgen ein weiteres EZB-Ratsmitglied geäußert. Die EZB werde die Entwicklungen aufmerksam beobachten und sich "dann in den nächsten Sitzungen - die nächste findet bereits im April statt - mit den notwendigen geldpolitischen Maßnahmen befassen", sagte das lettische Ratsmitglied Martins Kazaks in einem Fernsehinterview mit TV3. Derzeit sei die Situation jedoch noch zu unklar, um konkrete Schritte vorherzusagen.