Menzel: "Wir wollen wachsen"

EEX will Gasgeschäft ausbauen und sucht Partner

Die deutsche Energiebörse will stärker ins Gasgeschäft einsteigen. Nach einer Reihe von Investitionen in Infrastruktur und Personalaufbau sowie dem Abschluss der Kooperation mit der französischen Powernext, soll es 2010 weiter voran gehen. "Für 2010 werden die Trompeten rausgeholt, wir wollen wachsen", sagte EEX-Chef Hans-Bernd Menzel. Die Zahl der Mitarbeiter wird bis Ende nächsten Jahres von derzeit 80 auf voraussichtlich 100 steigen.

Der börsliche Gashandel habe zwar mehr als 70 Handelsteilnehmer, aber die Volumina seien verhältnismäßig gering. Mit verschiedenen Maßnahmen solle der Handel angekurbelt werden, so etwa durch verbesserte Zugangs-Software. "Wir wollen es den Teilnehmern so leicht wie möglich machen, auf unserer Plattform zu handeln", sagte Menzel. Neben dem Stromhandel seien Gas, der Handel mit CO2-Zertifikaten und Kohlefutures im Portfolio der EEX.

Mehr Gewicht auf CO2-Zertifikate

Auch der Handel mit den CO2-Zertifikaten müsse ausgebaut werden. "Wir haben bisher nicht genügend Aufmerksamkeit auf dieses Segment gelegt." Die EEX wird im Auftrag des deutschen Umweltministeriums von 2010 an die Versteigerung von Verschmutzungsrechten übernehmen. "Wir glauben fest daran, dass wir die Chance haben, uns zum Energie-Generalisten zu entwickeln", sagte Menzel. Schwerpunkt ist bisher der Stromhandel, mit dem die Börse 2000 auf den Markt gegangen war.

Statt durch Zukäufe wolle die EEX durch Partnerschaften weiter wachsen. Diese Strategie solle weiter verfolgt werden. Das Projekt mit der Powernext, Stromspothandel und Terminhandel in gemeinsamen Töchtern zusammenzulegen, wurde erfolgreich angeschlossen. Eine weitere Kooperation im Gasbereich gebe es seit 2009 mit der Wiener Börse. Ob es bereits Gespräche mit weiteren potenziellen Partnern gibt, ließ Menzel offen.

Im Jahr 2009 hatte die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise auch die EEX getroffen. Erstmals gingen die Handelsvolumina leicht zurück, der Umsatz der Börse sank. Im ersten Halbjahr rutschten die Umsatzerlöse binnen Jahresfrist um vier Prozent auf 17,7 Mio. Euro. Der bereinigte Vorsteuergewinn betrug 5,7 Mio. Euro nach 6,4 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Seit September gehe es wieder aufwärts, sagte Menzel. "Wir sind optimistisch, dass das ein absehbares Ende haben wird."