RWE steigt in spanisches Solarprojekt ein

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Der Energieriese RWE steigt zusammen mit Partnern beim Bau eines Solarkraftwerkes in Südspanien ein. Dazu würden 74 Prozent an der Projektgesellschaft, die bisher der Erlanger Firma Solar Millennium und dem Projektentwickler MAN Ferrostaal über eine Vorschaltgesellschaft gehörten, an RWE und RheinEnergie sowie die Stadtwerke München veräußert, teilten die Beteiligten am Freitag in München mit.

"Solarthermische Kraftwerke sind eine überzeugende Lösung, die Kraft der Sonne in großtechnischem Maßstab zu nutzen", erklärte der Chef der RWE Innogy GmbH, Fritz Vahrenholt. In dem Unternehmen hat RWE das Geschäft des Konzerns mit erneuerbaren Energien gebündelt.

Der Bau des Kraftwerkes "Andasol 3" mit einer Leistung von 50 Megawatt hat bereits begonnen. Andasol 1 ist schon am Netz, für ein zweites Kraftwerk läuft der Testbetrieb. Zusammen sollen sie zukünftig rund eine halbe Million Menschen mit Strom versorgen. Bei den Anlagen kommt die sogenannte Parabolrinnen-Technologie zum Einsatz, auf die auch die Wüstenstrom-Initiative mehrerer Konzerne setzt, die kommenden Montag in München gegründet werden soll. An ihr wollen sich RWE und Solar Millennium ebenfalls beteiligen.

Stadt München investiert kräftig

Die Investitionen für Andasol 3 werden auf etwa 350 bis 400 Millionen Euro geschätzt. Den größten Anteil davon wollen allerdings die Stadtwerke München beisteuern, die sich mit 48,9 Prozent an der Projektgesellschaft beteiligen. RWE sowie RheinEnergie halten über eine gemeinsame Vorschaltgesellschaft 25,1 Prozent an dem Projekt. Die übrigen 26 Prozent verbleiben im Besitz der Vorschaltgesellschaft von Solar Millennium und MAN Ferrostaal.

Bei den Kraftwerken fangen Parabolspiegel die Sonnenstrahlen auf und bündeln sie. Über Dampf und Turbinen wird die Sonnenergie in Strom umgewandelt. Auch für die Stadtwerke München (SWM) ist Andasol 3 ein Baustein beim Ausbau des Geschäfts mit regenerativen Energien. München solle die erste deutsche Großstadt werden, in der alle Privathaushalte mit Öko-Strom versorgt werden könnten, der in eigenen Anlagen produziert werde, erklärte SWM-Chef Kurt Mühlhäuser. "Insgesamt werden wir hierfür in den nächsten Jahren deutlich mehr als eine Milliarde Euro investieren."

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