Toshiba steigt verstärkt in Energieerzeugung ein

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Wegen der anhaltenden Flaute am Chip-Markt will sich der japanische Technologiekonzern Toshiba stärker in den Bereichen Stromerzeugung engagieren. Die Gewinne sollten in diesem Geschäftsfeld innerhalb von drei Jahren doppelt so hoch ausfallen wie durch den Verkauf von Speicherchips, teilte Toshiba mit.

Damit verstärkt der Konzern die Konkurrenz zum deutschen Siemens-Konzern, der Stromnetztechnik, Energieerzeugung und Infrastruktur zu seinem Kerngeschäft zählt. Toshiba will zudem den Bereich Nukleartechnik ausbauen. Dort war Siemens bisher mit den französischen Reaktorbauer Areva engagiert. Die Münchner wollen 1künftig aber stattdessen mit der russischen Rosatom zusammenarbeiten.

Toshiba leidet wie die gesamte Branche unter der anhaltenden Absatzkrise am Chip-Markt. Bis 2012 rechnet Japans größter Hersteller von Speicherchips in dem Bereich mit einem Gewinn von rund 730 Mio. Euro. Im Infrastruktur-Geschäft sollten die Einnahmen doppelt so hoch ausfallen. "Unsere Ergebnisse im Vorjahr waren desaströs", begründete der neue Konzernchef Norio Sasaki den Strategiewechsel. "Wir wollen eine stabile Grundlage beim Umsatz schaffen, die nicht von Schwankungen in der Wirtschaftslage abhängig ist."

Toshiba will bis 2011/2012 umgerechnet rund 8 Mrd. Euro investieren. Im Halbleiter-Bereich soll dabei mehr Geld in die Entwicklung kleinerer und leistungsstärkerer Chips gelegt werden, statt die Produktion zu erhöhen. Auf diese Weise sollen die Verluste in der Sparte eingedämmt werden.

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