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Inflation 2017 kletterte auf 2,1 Prozent

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Bewirtungen, Nahrungsmitteln, Sprit und Mieten als Preistreiber

In Österreich sind die Preise im vergangenen Jahr deutlich stärker gestiegen als in anderen Ländern des Euroraums. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass im Tourismusland Österreich die höheren Preise bei Restaurants und Hotels sowie Freizeit und Kultur viel mehr ins Gewicht fallen als in anderen Ländern.
 

Höchster Wert seit 2012

 
"Die Inflationsrate des auf europäischer Ebene vergleichbaren Harmonisierten Verbraucherpreisindex betrug im Jahr 2017 2,2 Prozent", sagte Ingolf Böttcher von der Statistik Austria am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien. Damit erreichte die Inflationsrate voriges Jahr den höchsten Wert seit 2012 mit damals 2,4 Prozent, blieb aber weit unter der höchsten Teuerung der letzten zehn Jahre mit 3,3 Prozent im Jahr 2011. Der Inflationsabstand zum Euroraum betrage 0,7 Prozentpunkte und im Vergleich zu Deutschland etwa 0,5 Prozentpunkte, sagte Böttcher. Die höhere österreichische Inflation im europäischen Vergleich ziehe sich über die gesamte Bandbreite des Warenkorbes. "Elf von zwölf Hauptgruppen des Warenkorbes weisen in Österreich höhere Inflationsraten auf als in Europa. Nur Wohnen, Wasser und Energie hatten im Jahr 2017 eine geringere Inflationsrate als die entsprechende Gruppe im Euroraum."
 
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Inflation 2017 kletterte auf 2,1 Prozent
 

Preistreiber 

 
Der Hauptgrund für den Inflationsunterschied seien die Restaurants und Hotels, die allein für 0,4 Prozentpunkte der höheren Teuerung verantwortlich seien. "Der HVPI verfolgt das Inlandskonzept, das heißt, dass alle Ausgaben, die im Inland getätigt werden, fließen hier ein in diese Gewichtung. Weil Österreich eine sehr bedeutsame Tourismuswirtschaft hat, sind auch diese Ausgaben in Österreich deutlich höher als zum Beispiel im deutschen Vergleich", erklärte Statistik-Austria-Chef Konrad Pesendorfer. Restaurants und Hotels haben deshalb im österreichischen HVPI ein Gewicht von 15,1 Prozent, während es im Euroraum nur 9,6 Prozent sind und in Deutschland gar nur 0,5 Prozent.
 
Weil im HVPI die von Touristen in Österreich getätigten Ausgaben so eine große Rolle spielen, seien etwa die Mieten an den nationalen Verbraucherpreisindex gebunden. "Deshalb wird auch der nationalen VPI parallel zum HVPI berechnet, weil er nicht nur Grundlage ist für viele Verträge - unter anderem Mietverträge - sondern auch für Lohnverhandlungen in Österreich", sagte Pesendorfer.
 
Weil sich einerseits die Konsumgewohnheiten ändern und die Verbraucher ihr Einkaufsverhalten an starke Preisänderungen anpassen, gewichtet die Statistik Austria ihren Warenkorb seit einigen Jahren jedes Jahr neu und hält ihn nicht mehr wie früher über viele Jahre konstant. Künftig werde man die einzelnen Warengruppen aber noch aktueller gewichten können, kündigte Pesendorfer an.
 

Verbraucherpreisindex-Verordnung

 
"Wir sind jetzt in der Finalisierungsphase einer Verbraucherpreisindex-Verordnung", so der Statistik-Chef. Damit würden die Handelsketten künftig verpflichtet, die Daten ihrer Scanner-Kassen an die Statistik Austria zu übermitteln. Man habe mit den Händlern und der Wirtschaftskammer lange und intensiv verhandelt, "jetzt braucht es noch das grüne Licht der zuständigen Ministerin und einen Beschluss dieser Verordnung, den wir dann umsetzen werden im Laufe des Jahres 2018." Gegen Ende 2018, Anfang 2019 werde man die Scannerdaten bereits in die Normalproduktion aufnehmen können.
 
Anders als bisher werden man dann auch die Einkäufe am Wochenenden erfassen können - bisher sei das nicht der Fall, weil die Preiserheber, die man in die Supermärkte schicke, samstags nicht arbeiten würden. Kleine Geschäfte sollen nicht zur Datenlieferung verpflichtet werden, um sie nicht zu sehr zu belasten.
 
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