Lauda-Chef Gruber Lauda Airbus A320

Neue Runde im Mitarbeiter-Protest

Lauda: Weitere Betriebsversammlung

Airline-Mitarbeiter weisen das Ultimatum von Ryaniar zurück.

Die Proteste der Lauda-Beschäftigten gehen weiter. Die  am Mittwoch begonnene , zunächst über den Tag auf drei Sitzungen verteilte, Betriebsversammlung am Flughafen Wien-Schwechat wird kommenden Montag (12. August) fortgesetzt. Dies wurde der APA am Donnerstag von der Gewerkschaft bestätigt. Zu möglichen Auswirkungen auf den Flugbetrieb wurden keine Angaben gemacht.

Die irische Billigfluggesellschaft  Ryanair  verlangt von den Beschäftigten der Österreich-Tochter Lauda bis 14. August Zugeständnisse, um den Flugbetrieb profitabler zu machen. Andernfalls wurde damit gedroht, Piloten zu kündigen, billigere polnische Leihpiloten einzusetzen sowie ab Herbst eigene Ryanair-Flugzeuge in Wien zu stationieren.

Die Gewerkschaft vida hat dieses Ultimatum am Donnerstag als "rechts- und sozialwidrig" klar zurückgewiesen. Das war am gestrigen Mittwochabend bereits von der Betriebsversammlung vom Lauda-Flugpersonal so formuliert worden.

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Betriebsversammlung als Statement

"Die Lauda-Beschäftigten haben bei den gestrigen Betriebsversammlungen klar zum Ausdruck gebracht, dass sie sich das nicht gefallen lassen werden", so vida-Vorsitzender Roman Hebenstreit und Lauda-Betriebsratsvorsitzender Sandro Mayer, heute in einer Aussendung zum Ergebnis der gestrigen ganztägigen Betriebsversammlungen des Lauda-Bordpersonals.

Trotz aller Emotionen der letzten Tage wolle man einen sachlichen Kurs beibehalten. Vor allem zwei Klauseln im Entwurf des Managements seien aber mit der Gesetzeslage nicht vereinbar. Dafür brauche es zuerst rechtskonforme Regelungen, um die Vereinbarung überhaupt abschließen zu können, so Mayer. Die Geschäftsführung verlange vom Betriebsrat, Eingriffen in den geltenden Kollektivvertrag zuzustimmen, etwa was die Erhöhung der Zahl der Flugstunden betrifft, aber auch zu Verstößen gegen das österreichische Urlaubsrecht (Stichwort: "Zwangsurlaube").

Die vom Management gewünschten Änderungen zur Dienstplanung und Produktivität indes würden die Beschäftigten mittragen, hieß es heute. Man sei generell gesprächsbereit, allerdings könne die Geschäftsführung vom Betriebsrat keine Zustimmung zu Forderungspunkten verlangen, zu denen er rechtlich in Österreich gar keine Möglichkeit habe, bekräftigte der vida-Vorsitzende Roman Hebenstreit.

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Kaum Auswirkungen auf Passagiere

Von der Fortsetzung der Betriebsversammlung der Lauda-Beschäftigten am kommenden Montag sollen die Passagiere so gut wie nichts merken. Weil die Informationsveranstaltung wie zuletzt gestern, Mittwoch, in drei Tranchen vom Vormittag bis zum Abend anberaumt ist, erwartet die Airline daraus keine Störungen des Flugbetriebs, wie eine Unternehmenssprecherin zur APA sagte.