Mehr ausländische Gäste gewünscht

Burgenland schraubt Nächtigungs-Erwartungen höher

Burgenlands Tourismusverantwortliche schrauben trotz Krise die Erwartungen hinsichtlich der Nächtigungen nach oben: Im Vorjahr wurden landesweit über 2,8 Mio. Übernachtungen gezählt. Die bis 2013 angepeilte 3 Mio.-Marke sollte man "deutlich früher" als angenommen erreichen, sagte Landeshauptmann Hans Niessl (S). Wenn sich die bisherige Dynamik fortsetze, glaube er, dass bis 2014 rund 3,5 Mio. Nächtigungen möglich seien.

Niessl, Burgenland Tourismus-Chef Gerhard Gucher und Landesrat Helmut Bieler (S) zogen dabei eine "Zwischenbilanz": In der Wintersaison 2008/09 sei man mit einem Zuwachs von sieben Prozent Spitzenreiter in Österreich gewesen. Auch im ersten Halbjahr 2009 sei das Burgenland bei den Zuwachsraten (plus 2,6 Prozent) Nummer Eins, obwohl es in einigen Einrichtungen - etwa im Balance Hotel in Stegersbach, den Reiter Hotels in Bad Tatzmannsdorf und dem Thermenhotel Sonnenpark in Lutzmannsburg - wegen Renovierungsarbeiten vorübergehende Schließungen gab, so Niessl.

75 Prozent der Gäste, die ins Burgenland kamen, waren Österreicher. Man brauche aber einen höheren Anteil von Gästen aus dem Ausland, so Niessl. Möglichkeiten gebe es etwa bei der Zielgruppenwerbung, beispielsweise im Bereich Naturbeobachtung. Mit der im November geplanten Eröffnung der St. Martins Therme Lodge in Frauenkirchen erfolge ein weiterer Schritt zur Ganzjahresdestination.

Im laufenden Jahr habe es auch "Spezialeffekte" gegeben, so Landesrat Bieler. Beispielsweise seien allein 22.000 Nächtigungen heuer auf Fußball-Trainingslager zurückzuführen. Beim Haydn-Jahr verzeichnete die Ausstellung "Phänomen Haydn" bisher 125.000 Besucher. Ein weiterer Faktor seien die Open Air-Veranstaltungen des Kultursommers, die heuer 700.000 Besucher sahen.

Verärgert zeigte sich Gucher über "Schwarze Schafe" hinsichtlich der Praxis, Gästeankünfte zu melden: Manche kleinen Betriebe hätten "nicht einmal ein Meldebuch". Den Gemeinden und dem Tourismusverband entginge dadurch Geld, zudem handle sich um eine "Abgabenhinterziehung". Pro Gast ab dem zehnten Lebensjahr werden 90 Cent eingehoben. Davon fließen 90 Prozent wieder an die Gemeinde und den örtlichen Tourismusverband zurück, zehn Prozent erhält Burgenland Tourismus.

Er habe alle Bürgermeister angeschrieben, "dass sie sich hier ein bisschen mehr um die Meldemoral kümmern sollen", so Gucher. Man habe auch schon versteckte Kontrollen durchgeführt. Leider gebe es bereits die ersten negativen Ergebnisse. Er werde im Lauf der Woche mit den Betroffenen Einzelgespräche führen.