Steigenberger soll vor allem im Ausland wachsen

Travco will Expansion vorantreiben

Der neue Steigenberger-Eigentümer will die Expansion im In- und Ausland beschleunigen.

Bisher hatte Chef Andre Witschi die Zahl der 81 Luxushotels und InterCity-Hotels in 3 Jahren auf über 100 ausbauen wollen, bis 2017 sollten es 130 werden. "Wir werden schneller voranschreiten als der Plan", sagte der ägyptische Reiseunternehmer Hamed El-Chiaty zu Reuters. El-Chiaty hatte im August mehr als 99 Prozent der Steigenberger AG von der Familie Steigenberger zu einem nicht genannten Preis gekauft.

Vor allem im Ausland soll Steigenberger wachsen: Der deutsche Markt sei möglicherweise gesättigt, sagte El-Chiaty. In Paris, London, Mailand, Rom oder im arabischen Raum könne es aber Chancen geben. Konkrete Zahlen zum Investitionsvolumen wollte er nicht nennen. "Wo auch immer es Wachstumspotenzial gibt", er werde frisches Geld in den Konzern pumpen.

In der Wirtschaftskrise ist der Umsatz von Steigenberger in diesem Jahr nach Angaben von Finanzvorstand Matthias Heck um mehr als 10 % eingebrochen, ein Verlust sei 2009 nicht auszuschließen. Die Zimmerauslastung sank um 7,5 %, die Preise im Schnitt um 5,5 %. Bis August seien 550 Stellen abgebaut worden, vor allem in der Verwaltung.

10 Hotels wurden verkauft, bis 2011 sollen dafür 5 InterCity-Hotels und 2 Luxusherbergen in Leipzig und auf Usedom eröffnet werden. Mit El-Chiatys Expansionskurs hofft Heck die Umsatzrendite auf 12 bis 15 % vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auszubauen. 2008 waren es bei einem Umsatz von 500 Mio. Euro gerade 4 bis 5 %.

Gute Beziehungen zu TUI

Der in Frankfurt aufgewachsene Ägypter setzt dabei auch auf seine langjährigen guten Beziehungen zu TUI. Seine Familienholding Travco betreut TUI-Touristen in Ägypten, betreibt Hotels im Nahen Osten und eine Nil-Kreuzfahrtflotte. In den vergangenen Jahren war er TUI-Chef Michael Frenzel mehrfach als Aktionär beigesprungen, hatte nach der Hauptversammlung im Mai aber verkauft.

"Ich wollte mit meinem Engagement nur das Management stützen und Gewinn machen", sagte er. "Jetzt ist bei TUI kein Platz mehr für mich", fügte er im Gespräch mit Reuters hinzu. TUI habe nun mit dem Russen Alexej Mordaschow und dem Norweger John Fredriksen zwei Großaktionäre. Grundsätzlich schließe er aber einen Wiedereinstieg nicht aus.

In Österreich ist Steigenberger mit fünf Hotels (Herrenhof in Wien, InterCityHotel Wien, Steigenberger Avance Hotel in Krems, Steigenberger Hotel Linz und Steigenberger Hotel Kaprun) vertreten. Zuletzt machte am 1.12. das Luxushotel Herrenhof in der Herrengasse in Wien auf.