Opel-Zukunft weiterhin ungewiss

Opel-Betriebsrat bläst Proteste ab

Der Opel-Betriebsrat hat seine Pläne für Protestaktionen der Mitarbeiter gegen den US-Autokonzern General Motors (GM) auf Eis gelegt. "Wir wollen unsere Verantwortung übernehmen und nicht Randale machen", sagte Betriebsratschef Franz. Bund und Länder setzen trotz der Verzögerungstaktik von GM weiter auf einen Verkauf von Opel. Am Freitag (28.8.) soll es neue Gespräche mit den Amerikanern geben.

Nach dpa-Informationen bevorzugt die deutsche Regierung unverändert das Angebot des österreichisch-kanadischen Zulieferers Magna. Die Chancen des Finanzinvestors RHJ International hätten sich nicht verbessert, hieß es in Verhandlungskreisen.

Die "Bild"-Zeitung hatte berichtet, die Regierung habe gegenüber GM ein Umschwenken zugunsten von RHJI nicht mehr völlig ausgeschlossen, falls die Belgier einen industriellen Partner aus der Autobranche präsentieren könnten.

Laut einem Bericht der römischen Zeitung "La Repubblica" könnte auch der Fiat-Konzern wieder ins Rennen um Opel einsteigen. Allen gegenteiligen Beteuerungen von Fiat-Chef Sergio Marchionne zum Trotz, könnte Fiat das Dossier Opel wieder öffnen, schrieb das Blatt. Nach Angaben aus deutschen Verhandlungskreisen hat Fiat bisher die Bundesregierung nicht kontaktiert.

Fiat hatte sich im Frühjahr aus dem Opel-Poker zurückgezogen. In Branchenkreisen gilt als unwahrscheinlich, dass GM einem Verkauf an Fiat zustimmen würde. Nach der Chrysler-Übernahme sind die Italiener direkter Wettbewerber von GM auf dem US-Markt.

Die 25.000 deutschen Opel-Beschäftigten wollten eigentlich mit Protestaktionen den Druck auf den ungeliebten früheren Mutterkonzern erhöhen. Nun wollen die Betriebsräte und Gewerkschaften die weiteren Gespräche abwarten und nicht Öl ins Feuer gießen. Allerdings hatten die Arbeitnehmer ihren solidarischen Verzicht auf das Urlaubsgeld zurückgenommen.