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Nach neun Monaten

Polytec wieder in der Gewinnzone

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Die "Problemwerke" in Deutschland und Spanien trüben die guten Nachrichten.

Der börsenotierte oberösterreichische Autozulieferer Polytec hat nach neun Monaten den Sprung in die Gewinnzone geschafft. In den ersten drei Quartalen belief sich das Periodenergebnis auf 8,7 Mio. Euro - nach einem Verlust von 67,1 Mio. Euro in der Vorjahresperiode. Der Umsatz verbesserte sich um 26,9 Prozent auf 550,2 Mio. Euro, teilte das Unternehmen am Mittwoch ad-hoc mit. Auch im dritten Quartal haben sich Umsatz und Ergebnis verbessert. Für das Gesamtjahr erhöht Polytec seine Umsatzprognose. Die Division Automotive Systems macht aber nach wie vor Probleme, ein Mitarbeiterabbau steht im Raum.

Nach neun Monaten drehte auch das operative Ergebnis (EBIT) ins Plus, und zwar von -25,1 auf 9,8 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wurde mit 30,2 nach -3,2 Mio. Euro ausgewiesen. Das Ergebnis je Aktie beläuft sich auf 0,36 nach -1,31 Euro.

Steigerung von 31,6 Prozent
Im dritten Quartal ist der Umsatz um 29,4 Prozent auf 184,4 Mio. Euro gestiegen. Das EBITDA verbesserte sich von 3,8 auf 13,6 Mio. Euro. Das EBIT, das in der Vorjahresperiode mit -3,5 Mio. Euro noch negativ war, belief sich auf 6,8 Mio. Euro. Unterm Strich bleib im dritten Quartal ein Gewinn von 9,9 Mio. Euro, was einer Steigerung von 31,6 Prozent entspricht.

Die EBIT-Margen verbesserten sich von 2,7 auf 7,4 Prozent im dritten Quartal bzw. von -0,7 auf 5,5 Prozent nach neun Monaten. Die EBITDA-Steigerung sei neben der allgemeinen Markterholung vor allem auch auf die Umsetzung "erforderlicher Effizienzmaßnahmen und das weiterhin hohe Kostenbewusstsein des Managements" zurückzuführen, hieß es.

"Problemwerke" bereiten Sorgen
"Dennoch ist die durchaus positiv zu beurteilende Ergebnisentwicklung im Kontext mit nach wie vor notwendigen Bemühungen in den 'Problemwerken' der Automotive Systems Division zu sehen", heißt es in der Aussendung weiter. Laut Zwischenbericht liegt das Neun-Monats-EBITDA in diesem Bereich mit 5,9 (0,5) Mio. Euro "klar" hinter den Zielvorgaben. Die Standorte im spanischen Zaragoza und in Waldbröl (Deutschland) entwickelten sich kostenmäßig nach wie vor unvorteilhaft. In Zaragoza würden die entsprechenden eingeleiteten Maßnahmen planmäßig verlaufen, im Werk Waldbröl bedürfe es hingegen noch "umfassender Bemühungen vor allem hinsichtlich der Stabilität einzelner Produktionsprozesse, um die gesetzten Ziele auf Jahressicht erreichen zu können".

In den beiden Problemwerken werde "mit einem über Plan liegenden Personalstand produziert", heißt es im Zwischenbericht weiter. "Dieser wird im Zuge der Umsetzung der Turnaroundmaßnahmen kontinuierlich auf eine vertretbare Größe reduziert."

Umsatzprognose angehoben
Auf Konzernebene hat sich der Personalstand inklusive Leiharbeiter hingegen per Ende September 2010 im Jahresabstand um 387 auf 5.929 Mitarbeiter erhöht, gegenüber Ende 2009 mit damals 5.361 Mitarbeitern betrug der Zuwachs 568.

Für das Gesamtjahr hebt Polytec seine Umsatzprognose an: "Bedingt durch die auch im dritten Quartal 2010 anhaltend dynamische Entwicklung der Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie und der Prognosen für den weiteren Verlauf 2010 ist das Erreichen eines Konzernumsatzes von rund 750 Mio. Euro möglich." Das EBITDA solle sich zumindest auf 40 Mio. Euro belaufen. Wobei schlussendlich abzuwarten bleibe, "ob die Turnaroundmaßnahmen zeitgerecht abgeschlossen werden können und somit keine ergebnisbelastenden Restrukturierungsmaßnahmen notwendig werden."

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