Raiffeisen unterstützt Wiens Wirtschaft

Mega-Verlust

Raiffeisen verliert an einem Tag 500 Mio.

Fusionspläne von Raiffeisen International und RZB ließen Börse abstürzen. Stepic soll Bank leiten, Rothensteiner übernimmt Sektor-Agenden.

Seit Montag nach Börsenschluss durch eine amtliche Pflichtmeldung bekannt wurde, dass Raiffeisen International (RI) und die Raiffeisen Zentralbank (RZB) eine Fusion prüfen, herrscht unter den Marktteilnehmern an der Börse Wien Unsicherheit. Die RI ist die Holding für die Osteuropa-Aktivitäten der RZB, die sich selbst auf heimische und internationale Großkunden konzentriert. RI wurde 2005 an die Börse gebracht.

Bekannt wurde nun, dass Raiffeisen International 2009 einen kräftigen Gewinneinbruch um minus 78 % auf 212 Mio. Euro erlitten hat und ihre Kreditrisikovorsorgen um fast 1 Mrd. Euro auf 1,738 Mrd. Euro erhöhen musste.

Aktie stürzt ab

Die RI-Aktie stürzte gestern schon im frühen Handel ab. Im weiteren Handelsverlauf ging die Talfahrt weiter. War RI vorgestern noch etwas mehr als 6 Milliarden Euro wert, lag der Börsenwert am Dienstagnachmittag nur mehr bei rund 5,5 Mrd. Euro. An nur einem Tag verlor die RI also 500 Mio. Euro Börsenwert. Die Aktie schloss mit einem Minus von 12,05 % nur mehr bei 34,96 Euro. Der Absturz ließ auch die Wiener Börse um mehr als zwei Prozent absacken.

Neuaufstellung. Börsenkreise spekulieren, dass eine Fusion nur der erste Schritt einer fundamentaleren Neuaufstellung von Raiffeisen sein könnte. RI-Chef Herbert Stepic soll künftig die Bank leiten, RZB-Generaldirektor Walter Rothensteiner übernimmt die Agenden des Raiffeisen-Sektors, berichtet der Standard.

Unter ihnen sind die RZB-Vorstände Patrick Butler für Treasury, Karl Sevelda für das Kreditgeschäft und Johann Strobl für das Risikomanagement vorgesehen. Neuer starker Mann soll der für das Retail-Geschäft zuständige RI-Vorstand Aris Bogdaneris werden.