RWE steckt in der Krise fest

Der deutsche Energieversorger RWE kämpft mit wegbrechenden Gewinnen. Im ersten Quartal sei der Nettogewinn um ein Viertel auf 995 Millionen Euro gefallen, teilte der Versorger am Mittwoch mit. Ursache sei vor allem das Erzeugungsgeschäft, das wegen der sinkenden Strom-Großhandelspreise kriselt, erklärte Vorstandschef Peter Terium.

Der Konzern passte wegen des geplanten Verkaufs seiner Öl- und Gasfördertochter Dea seine Jahresprognose an. So soll ohne operativen Beitrag von Dea der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen bei 6,4 bis 6,8 Milliarden Euro liegen. Bisher hatte RWE inklusive Dea 7,6 bis 8,1 Milliarden veranschlagt. Im Vorjahr war der Wert auf 8,7 Milliarden gefallen.

Den Essenern macht wie auch E.ON und zahlreichen Stadtwerken die Energiewende zu schaffen. Durch den Ausbau des Ökostroms werden die Kohle- und Gaskraftwerke aus dem Markt gedrängt. Zugleich fallen die Preise an den Strombörsen. E.ON hatte am Dienstag für das erste Quartal einen Konzernüberschuss von 762 Millionen Euro vorgelegt - ein Minus von 65 Prozent.

Mit seinen konventionellen Kraftwerken erzielte RWE von Jänner bis Ende März 780 Millionen Euro operativen Gewinn - ein Minus von 23 Prozent. Im Konzern fiel das Ebitda um 15 Prozent auf 2,6 Milliarden. Analysten hatten RWE über 2,7 Milliarden zugetraut. Der Energieriese hatte bereits das vergangene Geschäftsjahr nach hohen Abschreibungen auf seine ausländischen Kraftwerke mit einem Minus von fast drei Milliarden Euro abgeschlossen.