Schon im Jahr 2000 Ungereimtheiten bei AvW

In der Causa um die angeschlagene Kärntner Beteiligungsgesellschaft AvW ist ein neues Detail aufgetaucht: Laut der am Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" vermutete die damals dem Finanzministerium unterstellte Bundeswertpapieraufsicht (BWA) bereits im Jahr 2000 Ungereimtheiten bei dem 2008 ins Trudeln geratenen Investmenthaus.

Prüfer der BWA beanstandeten schon vor neun Jahren Unklarheiten mit der "Preisbildung" der damals noch nicht börsenotierten AvW-Genussscheine. Im Oktober 2008 hatte das Unternehmen die Rücknahme der Genussscheine eingestellt.

Die BWA-Prüfer kritisierten auch Lücken in der Dokumentation, Sorgfaltspflichtverletzungen im Zusammenhang mit Geldwäschereibestimmungen und vernachlässigte Informationspflichten gegenüber Kunden - es gilt die Unschuldsvermutung. Offenbar wogen die Verdachtsmomente derart schwer, dass überlegt wurde, eine Anzeige wegen Betruges zu erstatten. Nach Rücksprache mit der hauseigenen Rechtsabteilung wurde der Plan aber verworfen und der Akt geschlossen.

Laut "profil" galt AvW Vorstandschef Wolfgang Auer-Welsbach als "enger Freund" des verstorbenen Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider. Der damalige Finanzminister - und damit Chef der Bundeswertpapieraufsicht - hieß Karl-Heinz Grasser, er gilt als politischer Ziehsohn Haiders.