Spannungen am Geldmarkt nehmen zu - Bankeinlagen bei EZB steigen

Die Spannungen am Geldmarkt des Euroraums nehmen weiter zu. Über Nacht parkten die Geschäftsbanken bei der Europäischen Zentralbank (EZB) 172,864 Mrd. Euro, wie die Notenbank am Freitag mitteilte. Am Donnerstag hatte die Summe bei 166,118 Mrd. Euro gelegen. Die Bankeinlagen liegen damit so hoch wie zuletzt Mitte Juli 2010. Zudem notieren sie deutlich über dem üblichen Jahresdurchschnitt.

Die Ausleihungen der Geschäftsbanken bei der EZB sanken unterdessen leicht von 86 Mio. auf 83 Mio. Euro. Die eintägigen Einlagen und Ausleihungen der Banken bei der EZB gelten als Indikator für das Misstrauen der Institute untereinander. Normalerweise leihen sich die Banken nur ungern kurzfristige Mittel bei der Notenbank, da sie dafür einen hohen Zins von derzeit 2,25 Prozent zahlen müssen. Für die Einlagen erhalten die Banken hingegen einen nur geringen Zins von aktuell 0,75 Prozent.