Anleihen waren zuletzt stark unter Druck geraten

Staat nimmt 2 Mrd. Euro über Bundesanleihen auf

Die Republik Österreich hat über die Österreichische Bundesfinanzierungsagentur (ÖBFA) am Kapitalmarkt 2 Mrd. Euro aufgenommen. Die zehnjährige 4,35-Prozent-Bundesanleihe 2008-2019 wurde um 1,250 Mrd. Euro, die fünfjährige 3,40-Prozent-Bundesanleihe 2009-2014 um 750 Mio. Euro aufgestockt. Zusätzlich behielt sich der Bund 200 Mio. Euro in Eigenbesitz.

Die akzeptierte Durchschnittsrendite der im Tenderverfahren begebenen zehnjährigen Emission belief sich auf 3,733 Prozent, der akzeptierte Durchschnittskurs auf 104,851 Prozent. Die Emission war als deutlich günstiger als bei der letzten Aufstockung im Juni, als die Durchschnittsrendite noch bei 4,43 Prozent lag.

Die Durchschnittsrendite der fünfjährigen Emission lag diesmal bei 2,812 Prozent, der Durchschnittskurs betrug 102,77 Prozent. Bei der letzten Aufstockung im August lag die Rendite noch bei 2,935 Prozent.

Über 90 Prozent der zehnjährigen und 97 Prozent der fünfjährigen Emission wurden von ausländischen Banken gezeichnet. Das Gesamtvolumen der zehnjährigen Bundesanleihe macht jetzt 9,98 Mrd. Euro aus, jenes der fünfjährigen Anleihe liegt bei 8,9 Mrd. Euro.

Der Renditeabstand ("Spread") zwischen den deutschen Benchmark-Anleihen und österreichischen Anleihen hat sich aktuell im zehnjährigen Bereich bereits wieder auf 47 Basispunkte und im fünfjährigen Bereich auf 35 Basispunkte verkleinert. Die Tiefstwerte lagen auf Jahressicht bei 28 bzw. 12 Basispunkten. Der Spread gilt an den Finanzmärkten als Vertrauensmaßstab und kann als Risikoaufschlag verstanden werden.

Am Höhepunkt der Vertrauenskrise, die durch die Verschärfung der Krise in Osteuropa hervorgerufen wurde, waren die österreichischen Staatsanleihen zu Jahresbeginn stark unter Druck gekommen. Der Spread ging auf bis zu 131 Basispunkte (im fünfjährigen Bereich bis zu 125 Basispunkte) auseinander.