Stepic: RI wird derzeit Kapital nicht erhöhen

"Gut ausgestattet"

Stepic: RI wird derzeit Kapital nicht erhöhen

RBI will auch EBA-Kapitalvorgabe ohne junge Aktien überschreiten.

Der Chef der börsenotierten Raiffeisen Bank International (RBI), Herbert Stepic, sieht derzeit keine Notwendigkeit für neues Kapital aus einer Kapitalerhöhung, wie er am Donnerstag bei seiner Bilanzpressekonferenz sagte. "Kapitalmäßig sind wir gut ausgestattet."

Gleichwohl stehe sein Haus für eine allfällige Kapitalerhöhung weiter offen, wenn es die Gegebenheiten des Marktes erlaubten. "Aber wir als Management sind der Meinung, dass die derzeitige Marktkonstellation gelinde gesagt suboptimal ist." Vor Journalisten beschrieb Stepic dies heute auch gestisch ("Kopfschuss").

Derzeit seien die Märkte jedenfalls unter ihrem Wert gestraft. Das sei sicher keine günstige Ausgangsposition. Mit etwa 26 Euro notiert die RBI-Aktie derzeit weiter rund 10 Euro unter Buchwert.

Vorigen Sommer hatte die RBI eine Kapitalerhöhung binnen eines Jahres als mögliche Option eingeräumt.

Stepic sagte heute, dass die RZB-Gruppe die Kapitalvorgaben der europäischen Aufsicht EBA (mindestens 9 Prozent hartes Kernkapital) bis Ende Juni schaffen werde, und zwar ohne Kapitalaufstockung in der RBI. Daran bestehe kein Zweifel. Die Gruppe wolle, so wurde heute bekräftigt, vielmehr sogar auf 9,4 Prozent kommen, um einen Puffer zu haben.

"Wir werden eine Kapitalquote von 9,4 Prozent ohne externe Hilfe erreichen", bekräftigte namens der RZB Risikovorstand Johann Strobl. "In diesem Plan ist keine Kapitalerhöhung vorgesehen."

Bei der Rückzahlung des Staatsgelds (Partizipationsscheine) wolle sich die RBI keinen Druck machen. Stepic geht nicht davon aus, dass es zu einer vorzeitigen Tilgung kommen werde. Das mache in Zeiten strengerer Kapitalvorgaben der Regulatoren auch keinen Sinn.

Dem Wunsch der europäischen Bankenaufsicht EBA, die Banken mögen doch lieber Gewinne einbehalten statt ihre Aktionäre groß zu bedienen oder das Wachstum zu beschränken, hielt Stepic entgegen, er sehe es als Pflicht an, den Streubesitzaktionären zumindest eine Dividende zu geben, wenn sie schon durch die Kursentwicklung von Bankaktien nicht verwöhnt seien. Im Übrigen bewege sich die Dividende für 2011 im Rahmen der bisher geübten Praxis. Die RBI bleibt für 2011 bei 1,05 Euro je Aktie. Und eine Kreditklemme sieht Stepic auch nirgends.
 

Lesen Sie auch