Signa Holding

Streit um dritte Garantiemillion von Benko

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Benkos Anwälte begründen die Nichtzahlung mit dem Verlust der Eigenverwaltung im Insolvenzverfahren.

Wien. Rund um die von Rene Benko in einer Garantieerklärung zugesagten 3 Millionen Euro für die Signa Holding gibt es Streit zwischen dem Insolvenzverwalter Christof Stapf und Benkos Anwälten. Denn die dritte Million ist bisher noch nicht geflossen und soll auch nicht mehr fließen, wenn es nach Benko geht. Die Anwälte des Signa-Gründers begründen dies damit, dass die Garantie nur gegolten habe, solange die Signa Holding in Eigenverwaltung saniert worden sei.

Der Insolvenzverwalter sieht das offenbar nicht so. Er will die Argumentation von Benkos Juristen rechtlich prüfen lassen, heißt es von Stapfs Sprecher zur APA. Zuvor hatten die "Kronen Zeitung" und "Der Standard" bereits über den Sachverhalt berichtet.

Im Zuge der Insolvenz der Signa Holding Ende November hatte Benko eine Garantieerklärung abgegeben, in der der sich zur Zahlung von 3 Mio. Euro bereit erklärte. Zwei Millionen davon seien bereits geflossen, wobei nur die erste Million von Benko selbst kam. Die zweite Tranche wurde dagegen laut Berichten von dritter Seite für ihn bezahlt.

Unwegsamkeiten auch unter Insolvenzverwaltern

Unwegsamkeiten gibt es laut einem Bericht des "Standard" aber nicht nur zwischen Stapf und Benkos Anwälten, sondern auch unter den Insolvenzverwaltern der diversen Signa-Gesellschaften. Denn diese seien sich nicht einig, welche Informationen, beispielsweise zu Erlösen aus Verkäufen, untereinander weitergegeben werden dürften - insbesondere grenzüberschreitend zwischen Österreich und Deutschland.

Ein Gutachten eines Innsbrucker Universitätsprofessors sei jedoch zu dem Schluss gekommen, dass Insolvenzverwalter über gesellschaftsrechtliche Grenzen sowie grenzüberschreitend zur Zusammenarbeit verpflichtet wären, heißt es in dem Bericht. Das Gutachten sei allen Insolvenzverwaltern in Österreich und Deutschland bekannt, damit dürfte der Informationsfluss unter den diversen insolventen Signa-Gesellschaften abgesichert sein.

Neben der Signa Holding befindet sich in Österreich auch die Signa Prime und die Signa Development in einem Insolvenzverfahren. In Deutschland sind zudem die der Signa gehörenden Kaufhausketten Galeria und KaDeWe von Zahlungsunfähigkeit betroffen.

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