Übernahme von Kabel durch Vodafone wackelt

Die geplante Übernahme von Kabel Deutschland durch Vodafone steht einem Pressebericht zufolge auf der Kippe. Der britische Mobilfunkanbieter könnte dabei scheitern, die Schwelle von 75 Prozent der Kabel-Papiere zu erreichen, schrieb die "Financial Times" (Montagausgabe).

"Einige der Kabel-Anteilseigner glauben, dass die Andienungsquote unterhalb dieser Hürde liegen wird", zitiert die Zeitung ungenannte Aktionäre. Sie forderten Vodafone auf, die Bedingungen zu senken. Ein Anleger verwies im Blatt darauf, dass bei den acht Großübernahmen in Deutschland seit 2007 im Schnitt die Annahmequote nur bei 68,5 Prozent gelegen habe.

Vodafone schloss aber am Montag eine Veränderung respektive Erhöhung des Kaufofferts und der damit verbundenen Bedingungen aus. Sie fordern, dass ihnen bis zu diesem Mittwoch mindestens drei Viertel der Kabel-Deutschland-Anteile angedient werden. Andernfalls werde die Übernahme abgeblasen.

Das Vodafone-Angebot läuft am Mittwoch um 24.00 Uhr aus. Bisher haben die Briten kaum Kabel-Aktionäre auf ihre Seite gezogen. Vodafone bietet 84,50 Euro in bar für jeden Kabel-Deutschland-Anteilsschein. Dazu kommen 2,50 Euro Dividende, die Kabel Deutschland für das Geschäftsjahr 2012/13 versprochen, aber noch nicht ausgezahlt hat. Das Offert ist damit 7,7 Milliarden Euro schwer - einschließlich Schulden ist Vodafone das Unternehmen 10,7 Milliarden Euro wert. Die Briten wollen durch den Kabel-Deal in Deutschland ein Schwergewicht mit superschnellen Datennetzen im Mobilfunk und Festnetz schaffen und Marktführer Telekom in die Zange nehmen.