Übersee-Werke: ThyssenKrupp hält an Verkauf fest

Der angeschlagene Mischkonzern ThyssenKrupp will von einem drohenden Scheitern seiner Pläne zum Verkauf der Übersee-Stahlwerke nichts wissen. Der Konzern sei weiter in fortgeschrittenen Verhandlungen mit einem führenden Bieter, erklärte ein Sprecher am Dienstag. Darüber hinaus gebe es auch Gespräche mit weiteren Interessenten. Der Konzern peile weiterhin einen zeitnahen Abschluss an.

ThyssenKrupp sucht seit über einem Jahr Käufer für die Werke in Brasilien und den USA, die dem Unternehmen Milliardenverluste eingebracht haben. Heute Abend legt der Konzern seine Quartalszahlen vor. Dabei dürfte er sich auch zum Verkaufsprozess äußern.

Das "Wall Street Journal" hatte am Montag unter Berufung auf Insider berichtet, dass ThyssenKrupp auf dem Mehrheitsanteil an seinem Stahlwerk in Brasilien sitzen bleiben könnte. Der deutsche Stahlkonzern und der brasilianische Konkurrent CSN hätten zwar ihre zwischenzeitlich in Gefahr geratenen Verhandlungen über das Thyssen-Geschäft in Amerika wieder intensiviert, berichtete das Blatt.

Nun sei aber auch eine Variante im Gespräch, nach der CSN nur das ThyssenKrupp-Werk im US-Staat Alabama übernehmen könnte. Demnach könnte CSN rund 1,5 Mrd. US-Dollar (1,13 Mrd. Euro) dafür zahlen und sich zugleich verpflichten, jährlich mehrere Millionen Tonnen Stahl aus dem brasilianischen Werk abzunehmen. Ursprünglich hatte ThyssenKrupp gehofft, die Verhandlungen bis Mai abschließen zu können.

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