Auf 748,3 Mio. Euro Jahresüberschuss - Zuwachs bei Wertpapiervolumen um 18,5 Prozent. Privater Wohnbau zieht deutlich an. Zwei Zinserhöhungen der EZB für dieses Jahr erwartet.
Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (RLB OÖ) hat im vergangenen Jahr einen Jahresüberschuss vor Steuern von 748,3 Mio. Euro erwirtschaftet. Dies bedeute konzernweit eine Steigerung von 53,8 Prozent. Man merke die leichte Erholung von 2025, sagte Reinhard Schwendtbauer in seiner ersten Bilanzpressekonferenz als Generaldirektor am Freitag in Linz. Jetzt hätten sich allerdings die Unsicherheiten erhöht.
Aufgrund der geopolitischen Situation erwarte man intern zwei Zinserhöhungen der EZB im nächsten halben Jahr. Schwendtbauer verwies auf die Zahlen der Österreichischen Nationalbank und hält auch bei Fortdauer der Krise im Nahen Osten eine Inflation von vier Prozent für möglich. Alles hänge von der weiteren Entwicklung ab, leider sei die Unsicherheit immer das Schlechteste. Man bemerke, dass viele Partner und Kunden derzeit im "Beobachtungsstatus" verbleiben.
Wohnbaukredite: "Ein-Milliarden-Euro-Schallmauer geknackt"
Das Bankgeschäft habe sich solide entwickelt, sehr gut liefen die Beteiligungen des Konzerns, etwa bei der Raiffeisen Bank International (RBI), der voestalpine oder bei Raiffeisen Tschechien. Schwendtbauer sieht "eine sehr gute Entwicklung, die uns zuversichtlich stimmt". Die privaten Wohnbaufinanzierungen seien seit 2024 um 67,2 Prozent auf über 1 Mrd. Euro gewachsen. Für die Raiffeisenbankengruppe OÖ inklusive der 64 Raiffeisenbanken in Oberösterreich liege man mit einer Bilanzsumme von 69,6 Mrd Euro österreichweit auf Rang fünf und sehe die viertplatzierte Bank, die Bawag, in Schlagweite.
Wertpapiervolumen bei 15,9 Milliarden
Das Sparvolumen wuchs mit plus 2,9 Prozent nur mäßig auf 21,3 Mrd. Euro, das Wertpapiervolumen der Privatkunden betrug in der Raiffeisenbankengruppe OÖ Ende 2025 15,9 Mrd. Euro - ein Plus gegenüber 2024 von 18,5 Prozent. Von den Spareinlagen entfielen mehr als die Hälfte auf Online-Sparen, hieß es.
Reinhard Schwendtbauer selbst ist seit Mai 2025 Generaldirektor der RLB OÖ, sein ursprünglich bis 2027 laufendes Mandat sei soeben bis 2032 verlängert worden, hieß es am Freitag. In seinem ersten Jahr habe man Restrukturierungsmaßnahmen auf den Weg gebracht und auch österreichweit auf mehr Zusammenarbeit gesetzt, sagte er.