Wirbel um Autobahnauftrag

Alpine weht in Serbien rauer Wind entgegen

Die serbische Tageszeitung "Danas" fragt sich im Titel eines Berichts, ob der Baukonzern ein "problematischer Anbieter" sei.

Nicht genannten Quellen zufolge soll der Baukonzern bei einer Ausschreibung um einen Autobahnauftrag unrichtige Angaben gemacht haben. Eine Alpine-Sprecherin wollte den Artikel nicht kommentieren.

So soll das Bauunternehmen angegeben haben, in den letzten zehn Jahren keine aufgelösten Bauaufträge oder Gerichtsverfahren mit Auftraggebern gehabt zu haben. Dabei läuft vor einem Schiedsgericht der Internationalen Handelskammer ICC in Paris seit dem Vorjahr ein Verfahren mit dem serbischen Staat wegen eines aufgelösten Autobahnbau-Großauftrages. Der 2007 an das Konsortium von Alpine/Porr vergebene Auftrag hatte ein Projektvolumen von 1,1 Mrd. Euro.

Konkret geht es nun um den Bau eines 5,8 km langen Autobahnabschnitts zwischen Dimitrovgrad und der bulgarischen Grenze entlang dem paneuropäischen Verkehrskorridor 10 ("X") im Südostserbien mit insgesamt sieben Brücken. Alpine hat der Vergabekommission unter zwölf Anbietern mit 2,9 Mrd. Dinar (36,5 Mio. Euro) den günstigsten Preis für die Arbeiten angeboten. Unter den Konkurrenten befindet sich auch der österreichische Baukonzern Strabag, der 5 Mrd. Dinar geboten haben soll.

Aussendung sorgte für Unmut

Für Unmut sorgte auch eine Alpine-Aussendung in Serbien Ende vergangener Woche, in der sich das Unternehmen zum Sieger der Ausschreibung erklärt haben soll, obwohl die Vergabe des Auftrages offiziell nicht verkündet wurde. In dieser Aussendung habe der Baukonzern auch bekannt gegeben, das Schiedsverfahren in Paris für ein Jahr einfrieren zu wollen. Dort fordert Alpine 71 Mio. Euro Schadenersatz für die Auflösung des aufgelösten Großauftrages. Dazu hieß es aus der Vergabekommission, dass eine endgültige Entscheidung von der Zustimmung der Weltbank abhänge, die Serbien einen Kredit für den Autobahnbau gewährt hatte.

Darüber hinaus soll der Baukonzern Aufträge an Subunternehmen verspätet weitergegeben haben, so die Zeitung weiter. Als ein drastischstes Beispiel wurde der Bau einer Donau-Brücke in der Vojvodina genannt, bei der die festgelegten Fristen bereits um zwei Jahre überschritten worden seien.