Commerzbank stützt polnische Tochter mit 350 Mio.
Die Commerzbank hält 69,8 % an dem Institut, dessen Gewinn im vergangenen Jahr um 85 % auf 129 Mio. Zloty (32,5 Mio. Euro) eingebrochen war. Eine Dividende soll es nicht geben. Die polnische Bank will mit der Kapitalerhöhung bis 2012 auf eine Kernkapitalquote von 8 bis 10 % kommen und peilt dann eine Eigenkapitalrendite von 20 % vor Steuern an.
Die BRE stockt ihr Kapital um 70 % auf. Sie hatte von den polnischen Banken am meisten unter der Finanzkrise gelitten, unter anderem weil sie sich mit Wetten auf Fremdwährungsderivate verspekuliert hatte. Außerdem kämpft sie mit einer steigenden Risikovorsorge für faule Kredite. Organisiert wird die Kapitalerhöhung, die eine Hauptversammlung am 30. März noch beschließen muss, von der Deutschen Bank, die die Platzierung der restlichen 30,2 % der neuen Anteile garantiert.
Kreditvergabe soll beschleunigt werden
BRE-Chef Mariusz Grendowicz sagte, die Bank wolle ihr Geschäft mit Privat- und Firmenkunden stärken und sich auf die anstehenden Verschärfungen der Eigenkapitalregeln vorbereiten. Ausschöpfen wolle sie vor allem das Potenzial von Privatkunden, denen sie mehr Kredite - etwa für Autos - verkaufen will. "Wenn die Bank von der wirtschaftlichen Erholung profitieren will, muss sie die Kreditvergabe beschleunigen, und dafür braucht sie frisches Kapital", sagte Analyst Dariusz Gorski von Wood & Co. Die polnischen Konkurrenten, die staatlich kontrollierte PKO und die Bank Millennium, haben sich seit Oktober insgesamt 1,5 Mrd. Euro frisches Kapital besorgt.
Für die Commerzbank ist die BRE der wichtigste Stützpunkt in Osteuropa. Vorstandschef Martin Blessing hatte ihr erst in der vergangenen Woche einen Wachstumskurs vorgegeben. Kapitalbedarf hat auch die ukrainische Bank Forum, an der die Commerzbank 60 % hält. Eine Kapitalerhöhung war aber im vergangenen Jahr mehrfach an den Miteigentümern gescheitert.
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