Mindestens 85 Prozent Zustimmung notwendig

IWF will Kapital um 250 Mrd. Dollar aufstocken

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Der Internationale Währungsfonds will mit einer kräftigen Kapitalerhöhung die Voraussetzung für neue Kredite an ärmere Länder schaffen. Die Einlagen der 185 Mitgliedstaaten sollen um 250 Mrd. Dollar (176 Mrd. Euro) aufgestockt werden, beschloss das Führungsgremium des Fonds in Washington.

Wie viel jedes Land aufbringen muss, richtet sich nach dessen Wirtschaftskraft. Deutschland nimmt das Geld aus seinen Währungsreserven. Damit die Kapitalerhöhung wirksam wird, müssen am 7. August mindestens 85 Prozent der IWF-Mitglieder zustimmen.

Mit diesem Schritt will der Fonds das Vertrauen in den Schwellen- und Entwicklungsländern fördern, die unter dem schwächeren Welthandel und strengeren Kreditauflagen besonders leiden. Allein 18 Mrd. Dollar sollen ohne Auflagen an arme Länder fließen - das ist deutlich mehr, als sie jährlich an Hilfen bekommen. Darüber hinaus planen die europäischen Industriestaaten Kreisen zufolge, ihre ost- und mitteleuropäischen Nachbarn zu stützen. Dazu wollen sie ihre Sonderziehungsrechte - über die sie Einlagen beim IWF halten - übertragen oder ausleihen. Das war bisher nicht möglich.

Kritiker befürchten, dass durch die Nutzung dieser Sonderziehungsrechte die Inflation angeheizt werden könnte. Der IWF hält das aber für unwahrscheinlich, da die 250 Mrd. Dollar lediglich etwa 0,3 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung ausmachten. "Angesichts der Größenordnung ist das nicht zu befürchten, zumal die 250 Mrd. Dollar auch nicht gleich ausgegeben werden dürften", sagte IWF-Expertin Isabelle Mateos y Lago.

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