Minister Kudrin sprach mit Serbien und Bulgarien

Russland will Serbien mit einem Kredit helfen

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Russland wird Serbien einen Kredit bis zu 1 Mrd. Dollar (684 Mio. Euro) zur Deckung des Budgetdefizits und Infrastrukturprojekte gewähren.

Russlands Finanzminister Alexej Kudrin erklärte, dass 350 Mio. Dollar für das Budget Serbiens und der Rest für Infrastrukturprojekte bestimmt seien. Die Kreditbedingungen würden in den 2 kommenden Wochen festgelegt werden, so Kudrin am Rande der Jahrestagung vom IWF und der Weltbank in Istanbul. Die serbische Finanzministerin Diana Dragutinovic, die am 4.10. mit dem russischen Amtskollegen Gespräche über den erwarteten Kredit geführt hatte, erklärte zuvor, dass die Finanzmittel vor Jahresende gewährt sein dürften.

Belgrader Medien spekulierten in den vergangenen Tagen, dass das Kreditabkommen anlässlich des Besuches vom russischen Präsidenten Dmitri Medwedew in Belgrad am 20.10. unterzeichnet werden könnte. Unter den Infrastrukturprojekten, die mit dem russischen Kredit finanziert werden dürften, wurde am Wochenende auch der neue Belgrader Bahnhof erwähnt, dessen Fertigstellung wegen mangelnder Finanzmittel seit Jahren nicht voran kommt.

Kredit für bulgarisches AKW

Darüber hinaus will Russland laut dpa auch Bulgarien einen Kredit im Wert von 3,8 Mrd. Euro für den Bau eines Atomkraftwerks bei Belene an der Donau gewähren. Die Entscheidung darüber soll aber von der Beteiligung russischer Unternehmen an den Bauarbeiten abhängen. Das berichtete der bulgarische Staatsrundfunk am 5. Oktober unter Berufung auf den Finanzminister Kudrin. Hintergrund seien Schwierigkeiten bei der Finanzierung des Milliarden-Projekts, an dem sich auch der deutsche Energiekonzern RWE zu 49 % beteiligen soll.

Bulgarien habe sich nicht um einen derartigen Kredit bemüht, sagte dagegen Wirtschafts- und Energieminister Trajtscho Trajkow. Er bestätigte, sein Land verhandle derzeit mit Investoren über den Verkauf von bis zu 30 % der Belene-Anteile. Bulgarien hält nun 51 % seines künftigen zweiten Kernkraftwerks. Das bei der neuen bürgerlichen Regierung umstrittene Projekt wird derzeit auf seine wirtschaftliche Zweckmäßigkeit überprüft. Eine Entscheidung wird bis Ende Oktober erwartet.

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