Technologiekonzern könnte von Expo 2010 profitieren

Siemens-Industriegeschäft soll in China wachsen

Der deutsche Technologiekonzern sieht eine Belebung im Industriegeschäft in China und hat seine Wachstumsziele bekräftigt. "Wir merken, dass es etwas anzieht", sagte der China-Chef von Siemens, Richard Hausmann. In diesem Jahr wolle man daher weiterhin doppelt so schnell wie die chinesische Wirtschaft zulegen und den Marktanteil in China so weiter ausbauen.

Profitieren könne Siemens dabei auch von Projekten rund um die Weltausstellung Expo 2010 in Shanghai. In den vergangenen Jahren habe Siemens im Vorfeld der Expo Aufträge über gut 1 Mrd. Euro gewonnen, sagte Hausmann.

Im Geschäftsjahr 2008/09 (30. September) hatte Siemens mit einem Umsatzplus im China-Geschäft um 7 % auf rund 5,2 Mrd. Euro etwa so stark zugelegt, wie die Wirtschaft im Reich der Mitte. Ursprünglich sollte das Plus auch im vergangenen Jahr doppelt so hoch ausfallen.

Das Unternehmen hatte das langsamere Wachstum aber mit Überkapazitäten in Chinas Stahl- und Zementindustrie sowie zeitweise auch in der Energieproduktion begründet. Siemens sieht sich auf dem chinesischen Markt beispielsweise als ein führender Anbieter von Medizintechnik oder Produkten und Lösungen für die Industrieautomatisierung.

Von der Auftragssumme von bisher gut 1 Mrd. Euro im Vorfeld der Expo entfielen rund 90 % auf umweltfreundliche Produkte und Lösungen, wie Hausmann sagte. Siemens sei mit seiner Technik auf dem Expo-Ausstellungsgelände in mehr als 40 Projekten vertreten. Außerdem gehören zu den Orders rund um die Weltausstellung Infrastrukturprojekte wie etwa für den öffentlichen Transport, für die Luft-Reinigung und Trinkwasser-Aufbereitung und zur Gesundheitsversorgung.

Den größten Auftrag im Zusammenhang mit der Expo hatte der Industrie-Sektor von Siemens erhalten, der Schlüsselkomponenten für 100 Hochgeschwindigkeitszüge liefert. Sie sollen die Fahrgäste künftig in einer Fahrzeit von weniger als fünf Stunden von Peking nach Schanghai bringen. Auch mit Folgeaufträgen im Anschluss an die Expo rechnet Hausmann, diese ließen sich aber derzeit noch schwer beziffern.