Mariahilfer Straße

Eigentumspreise stiegen weiter

Wiener Mieten im 3. Quartal gesunken

FindMyHome-Experten kritisieren neue "MaHü" als "Fehlplanung".

Die Mieten sind in Wien im Zeitraum Juli bis September um durchschnittlich 2,4 Prozent gesunken und liegen derzeit mit 14,21 Euro/m2 und Monat tiefer als zu Jahresbeginn (14,45 Euro). Eigentumswohnungen verteuerten sich dagegen im 3. Quartal weiter um 2,5 Prozent auf aktuell 4.368 Euro. Seit Jahresbeginn sind die Eigentumspreise damit bereits um 9,7 Prozent gestiegen, berichteten am Sonntag die Immobilien-Experten des Internet-Portals "findmyhome.at". Harsche Kritik üben sie an Vassilakous "Begegnungszone", die die Attraktivität an der "MaHü" fürs Wohnen und für Geschäfte messbar senke.

Grund für den leichten Rückgang der Mieten in Wien im 3. Quartal seien zahlreiche Neuentwicklungen, die die hohe Nachfrage abdeckten. Bei den nach wie vor sehr begehrten Eigentumsobjekten dagegen führe die hohe Nachfrage nach Immos als sichere Anlageform zu einer Verknappung des Angebots. Wien erlebe aber keine Immo-Blase, sondern entwickle sich als Stadt mit der weltweit höchsten Lebensqualität langsam auf internationales Preisniveau.

Auffallend waren für FindMyHome vermutete erste Auswirkungen der neuen Begegnungszone auf der Mariahilferstraße: Im 6. Bezirk sanken seit Einführung der umstrittenen Begegnungszone die Mietpreisen in den letzten drei Monaten im Schnitt von 15,84 auf 15,07 Euro/m2. Ähnlich verringerten sich dort die Eigentumspreise von 4.492 auf 4.407 Euro/m2. "Fehlplanungen seitens der Stadt, die zu einer schlechteren Erreichbarkeit und Parkplatzverknappung führen, senken die Attraktivität und haben unmittelbare Auswirkungen auf die Preisentwicklung", so die Schlussfolgerung der Experten in einer Aussendung.

Langfristig rechnen die Fachleute für die betroffenen "MaHü"-Bezirken nach anfänglichen Turbulenzen zwar mit leicht anziehenden Preisen, rechnen aber dagegen mit einem massiven Anstieg der Garagenpreise um bis zu 25 Prozent, "kaum mehr leistbar für die Zielgruppe im traditionell jugendlichen Viertel". Besonders negativ fällt die Prognose für Geschäftslokale aus: Wegen der verschlechterten Infrastruktursituation werde es zu einem Preisverlust von bis zu 30 Prozent kommen, ehemalige Frequenzbringer würden in zentrumsferne Einkaufszentren ausweichen, unterstreichen die Experten die - aus ihrer Sicht - "Kurzsichtigkeit der grünen Vizebürgermeisterin" Maria Vassilakou (Grüne).