Hacker zapften 150.000 Überwachungskameras an

Polizei, Schulen und Tesla betroffen

Hacker zapften 150.000 Überwachungskameras an

Unter den Opfern befinden sich auch Polizeireviere, Schulen sowie der Elektroautobauer Tesla.

Hacker haben 150.000 Überwachungskameras eines Kamera-Start-ups angezapft. Betroffen waren unter anderem Unternehmen wie der Elektroauto-Hersteller  Tesla  und die IT-Sicherheitsfirma Cloudflare, wie der Finanzdienst Bloomberg berichtet. So hätten die Hacker Aufnahmen vom Tesla-Standort Shanghai vorgeführt. Zu den weiteren Opfern zählen Krankenhäuser, Gefängnisse, Schulen und Polizeireviere.
 

Start-up mit prominenten Kunden

Das kalifornische Start-up Verkada, von dem die Kameras stammen, teilte Bloomberg in einer ersten Reaktion mit, man untersuche "das Ausmaß des potenziellen Problems". Es passiert zwar immer wieder, dass Bilder von günstigen Sicherheitskameras für den Haushalt abgegriffen werden - vor allem wenn die Nutzer nicht die voreingestellten Standard-Passwörter der Geräte ersetzen. Dass eine Firma mit großen Kunden gehackt wurde, die speziell mit mehr Sicherheit durch Gesichtserkennung warb, ist dagegen außergewöhnlich.
 

Gleich mehrere Beweis-Demos

Die Hacker demonstrierten Bloomberg dem Bericht nach Aufnahmen aus einem Polizeirevier im US-Bundesstaat Massachusetts, einem Gefängnis in Alabama und einem Krankenhaus in Florida. In dem Gefängnis sei es ihnen gelungen, 330 Kameras anzuzapfen. Bei Tesla seien es 222 Kameras gewesen. Sie hätten sich auch Zugang zum Videoarchiv der Verkada-Kunden verschafft. Dass gespeicherte interne Aufnahmen nicht ausschließlich für das Unternehmen oder die Einrichtung selbst zugänglich sind, ist eher ungewöhnlich.
 

Administrator-Account öffentlich erreichbar

Die Hacker fanden nach eigenen Angaben Zugangsdaten für einen Administrator-Account mit weitreichendem Zugriff öffentlich erreichbar im Internet. Als "Super-Administrator" habe man eine Vielzahl von Kameras anzapfen können. Die Hacker hätten den Zugang verloren, nachdem Bloomberg eine Anfrage beim Unternehmen zu dem Thema gestellt hatte.


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