Samsung-Avatare wirken wie echte Menschen

Virtuelle "Neons" realistisch wie nie

Samsung-Avatare wirken wie echte Menschen

"Neons" als künftige Freunde; Konzern präsentierte auf der CES auch Roboterball "Ballie".

Samsung  will digitale Avatare dank künstlicher Intelligenz (KI) künftig menschlicher wirken lassen. Die KI-Tochter Star Labs des südkoreanischen Technologieriesen stellte auf der Technikmesse CES in Las Vegas (7. bis 10. Jänner) am Dienstag ihr Projekt Neon vor: Computeranimierte Geschöpfe, die bisher etwa in Computerspielen, Filmsequenzen oder in Apps häufig noch künstlich und steif wirken, sollen "echt" werden.

Der im US-Bundesstaat Kalifornien ansässigen Samsung-Tochter zufolge basiert die neue Technik auf Fortschritten bei der Entwicklung intelligenter Algorithmen, künstlicher neuronaler Netzwerke und der Computerberechnung von Modellen. Die "Neons" genannten Avatare sollen demnach künftig etwa als TV-Nachrichtenmoderator, als Sprecher von Unternehmen und Behörden oder als Schauspieler eingesetzt werden - oder auch als "Gefährten und Freunde".

© Star Labs/Samsung
Die "Neons" wirken optisch extrem realistisch.

"Freunde, Mitarbeiter und Begleiter"

"Neons werden unsere Freunde sein, unsere Mitarbeiter und Begleiter", sagt Star Labs-Chef Pranav Mistry. Dabei könnten sie "kontinuierlich dazulernen" und aus ihren Interaktionen eigene Erinnerungen entwickeln. Dem Unternehmen zufolge sollen die Avatare so lebensecht wirken, dass sie beim Anblick kaum von Menschen aus Fleisch und Blut zu unterscheiden sind und mit einer Latenz von wenigen Millisekunden reagieren.

Die Ankündigung von Samsung fällt zusammen mit wachsenden Befürchtungen vor sogenannten Deepfakes im Internet - also Videos, die täuschend echt aussehen, aber tatsächlich mittels KI zu Manipulationszwecken verfälscht oder geschaffen wurden.

Experten sehen großes Potenzial

Die von Samsung vorgestellte Entwicklung habe potenziell "große Auswirkungen" auf viele Bereiche - vom Kundenservice über Beratungsstellen bis hin zum Unterhaltungsbereich, glaubt Analyst Jack Gold. Die Technik berge allerdings auch die Möglichkeit, um menschliche Interaktionen "für schlechte oder illegale Absichten zu fälschen", gibt er zu bedenken.

Avi Greengart von Techsponential hält die Avatare sowohl für realistisch als auch für "gruselig", wie er sagt. "Wenn man beiseitelässt, wie beeindruckend die Technologie ist, wird Neon auf eine Art und Weise benutzt, die die Leute mögen, die sie tolerieren oder sogar aktiv hassen?", fragt er.

© APA/AFP/ROBYN BECK
Sebastian Seung, Vizepräsident von Samsung Research, präsentiert „Ballie“.

Roboterball als weitere Neuheit

Bei der CES in Las Vegas stellen derzeit zahlreiche Hersteller ihre Neuheiten vor. Samsung präsentierte auch einen Roboterball names "Ballie", der seinen Besitzer daheim auf Schritt und Tritt als Assistent begleiten und zugleich Schnittstelle für die Bedienung von Smart-Home-Geräten sein soll.

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