Pollensaison
Allergien: Was wirklich hilft!
Niesanfälle sobald die Pollen fliegen, tränende Augen wegen Hausstaub und Atemnot beim Schoko-Nuss-Kuchen: Mehr als ein Drittel aller Österreicher leidet an einer Allergie. Und es werden immer mehr. Allein in den letzten 20 Jahren hat sich die Zahl verdoppelt. Für den Allergiker heißt das oft: Die Lebensqualität wird deutlich eingeschränkt. Das Immunsystem nimmt harmlose Stoffe wie Pollen oder Staub als feindlich wahr – und wehrt sich dagegen. Während Schnupfen & Co. lästig, aber vergleichsweise harmlos sind, drohen im schlimmsten Fall Bewusstlosigkeit, Atem- und Kreislaufstillstand. Die nächste Hiobsbotschaft: Eine Allergie kommt selten allein.
Hyposensibilisierung: Der Patient bekommt über mehre Jahre hinweg die Allergieauslöser unter die Haut gespritzt, in steigender Dosis. Erst jede Woche, danach alle vier bis acht Wochen.
Sublinguale Immuntherapie: Funktioniert nach demselben Prinzip, nur kann der Allergiker die Stoffe in Tabletten- und Tropfenform selbst einnehmen, erspart sich somit die ständigen Arztbesuche.
Kurzzeit-Immuntherapien: Ziemlich neu, aber sehr effektiv: Im besten Fall kommt der Patient mit vier bis sieben Injektionen pro Jahr aus. Bereits nach den ersten zwölf Monaten gehen die Symptome um 80 Prozent zurück.
Zukunftsmusik: Allergie-Impfungen
So erfolgreich die Immuntherapie in vielen Fällen auch ist, hat sie doch einen Haken: Nicht jeder Allergiker spricht darauf an. Deshalb arbeiten Ärzte rund um den Globus mit Nachdruck an alternativen Heilungsmethoden. Ein Blick in die Forschungslabors zeigt: Die Allergietherapie der Zukunft wird ganz anders aussehen – und wesentlich schneller wirken. So testet die Biotech-Firma Circassia derzeit etwa eine Allergie-Impfung. Dafür werden die wichtigsten Allergene künstlich nachgebaut und zu einem Impfstoff vermengt, der nach nur vier Injektionen heilen soll. Rudolf Valenta von der MedUni Wien wiederum arbeitet an einer speziell auf den jeweiligen Patienten zugeschnittenen Impftherapie: „Damit wären wir viel treffsicherer und könnten auch die Nebenwirkungen drastisch verringern.“
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