Rückzug

"Alles zu viel" – Jan Köppen bricht nach Dschungel-Streit mit Gil Ofarim sein Schweigen

Mit bemerkenswerter Selbstkritik an seinem Umgang mit Dschungelkönig Gil Ofarim und großer Offenheit über die eigenen mentalen Strapazen zieht Moderator Jan Köppen nach dem hitzigen TV-„Nachspiel“ eine emotionale Bilanz. 

Beim großen „Nachspiel“ von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ geriet am Sonntagabend nicht nur die illustre Runde der Kandidaten ins mediale Rampenlicht. Vielmehr war es das Moderatoren-Duo, das in den heimischen Wohnzimmern für erstaunte Blicke sorgte. Die Positionen gegenüber dem frisch gekrönten Dschungelkönig Gil Ofarim (43) hätten unterschiedlicher kaum sein können.

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Während Routinier Sonja Zietlow (57) den Musiker abermals in Schutz nahm, wählte Jan Köppen (42) einen gänzlich anderen Weg. Der Moderator konfrontierte Ofarim mit bohrenden Fragen und übte vor einem Millionenpublikum – sowie später auf Instagram – bemerkenswerte Selbstkritik.

Der unerwartete Mea-Culpa-Moment im TV

In der sonntäglichen Sendung überraschte Köppen das Publikum mit einer für das Format untypischen Reflexion. „Jetzt rede ich ganz kurz über mich, weil ich gerne auch etwas sagen würde“, leitete er seine Ausführungen ein. Seit dem Finale am 8. Februar habe er „über viele Dinge nachgedacht“.

Der Kern seines Bedauerns: Er ärgere sich darüber, dass er Aussagen, die Gil Ofarim am australischen Lagerfeuer getätigt hatte, „nicht richtiggestellt habe“. Köppen nutzte das „Nachspiel“, um Versäumtes nachzuholen. Er sprach Ofarim direkt darauf an, warum dieser im Camp ungenaue oder falsche Angaben gemacht habe – etwa indem er von einer Verschwiegenheitserklärung anstelle einer Unterlassung sprach. Für Köppen habe es den Anschein erweckt, als wolle Ofarim ganz gezielt Zweifel an der offiziellen Version rund um seinen Davidstern-Skandal säen.


 

Der Tribut des Dschungels: „Körperlich und mental herausfordernd“

Wie sehr dieses Jahr an Köppens Substanz zehrte, offenbarte er kurz darauf in mehreren emotionalen Instagram-Storys. Es sei „dieses Jahr sehr hart“ gewesen, nach den Strapazen in Australien wieder im heimischen Alltag Fuß zu fassen. Die Zeit in Down Under beschrieb er als „körperlich und mental herausfordernd“.

Die Gründe für die Erschöpfung sind vielschichtig: Ein „absurder Rhythmus“ während der nächtlichen Dreharbeiten, die extreme Zeitverschiebung von neun Stunden, der brutale Temperaturwechsel zwischen dem mitteleuropäischen Winter und der australischen Hitze, der enorme Druck, „17 Tage am Stück durchballern und funktionieren zu müssen“.

Flucht aus der Öffentlichkeit

Noch schwerer als die körperlichen Strapazen wog jedoch die mentale Last. Die Causa Ofarim sorgte in diesem Jahr für eine beispiellose mediale Aufladung des Formats. Es sei „unfassbar viel mehr von außen“ auf das Moderatoren-Team eingeprasselt als in den Jahren zuvor.

Diese toxische Gemengelage führte zu Köppens zeitweiligem Rückzug aus den sozialen Netzwerken. Wo er sonst gut gelaunt Einblicke hinter die Kulissen gab, herrschte plötzlich Funkstille. „Mir war einfach alles zu viel und zu laut“, begründete er sein digitales Abtauchen. Sein Profil fühlte sich nicht mehr wie ein sicherer Ort an. Vor allem der Vorwurf des Publikums, er habe seine journalistischen Werte an der Garderobe abgegeben und Ofarims Auftreten zu unkritisch moderiert, traf ihn tief: „Ein Anteil von mir fühlt sich deshalb angegriffen.“ Dennoch betonte er, dass die Welt nicht nur schwarz und weiß sei.

Gespaltenes Publikum und der Blick nach vorne

Köppens späte Konfrontation im „Nachspiel“ spaltet nun die Zuschauerschaft. Während ihn die einen für seine Beharrlichkeit und moralische Haltung feiern, werfen ihm andere Mobbing gegenüber dem gewählten Dschungelsieger vor und fordern sogar sein Aus als Moderator.

Köppen selbst zieht vorerst einen Schlussstrich. Auf Instagram zeigte er sich „sehr froh“ darüber, langsam wieder in seinem normalen Leben angekommen zu sein. Er möchte den Fokus nun wieder auf sich richten und künftig Inhalte mit seinen Followern teilen, „was nichts mit Australien zu tun hat“.

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