Die Model-Mama spricht offen und ehrlich darüber, dass die Wechseljahre auch ihren Körper verändert haben. Daran stört sie sich jedoch nicht, denn in der Modebranche habe man sich ohnehin ein dickes Fell anlegen müssen.
Seit Jahrzehnten zelebriert Heidi Klum (52) eine Tugend, die in der glitzernden Welt der Oberflächlichkeiten seltener geworden ist: die unerschütterliche Souveränität. Dass sich die GNTM-Ahnherrin in ihrer Haut mehr als wohlfühlt, ist kein Geheimnis – sie inszeniert dieses Selbstverständnis ebenso routiniert auf den roten Teppichen dieser Welt wie auf ihrem Instagram-Profil. Doch nun widmet sich das Model einem Thema, das in ihrer Branche oft noch als Tabu gilt: dem Älterwerden. In der neuen TV-Dokumentation „On & Off the Catwalk“ (Auftakt am 22. Februar auf ProSieben) gewährt sie Einblicke, die über das gewohnte Maß an Offenheit hinausgehen.
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Ein gelassener Blick in den Spiegel
In der ersten Episode, die vorab gesichtet wurde, thematisiert die Ehefrau von „Tokio Hotel“-Gitarrist Tom Kaulitz (36) vor allem die bisweilen hämische Dynamik der sozialen Netzwerke. Klum begegnet der Kritik an ihrem veränderten Erscheinungsbild mit einer bemerkenswerten Mischung aus Realismus und Chuzpe. „Mir wurde immer gesagt, dass ich zu fett bin. Ich bin heute einfach nur ein bisschen dicker als früher. Das sind die Wechseljahre“, konstatiert sie trocken.
Während andere versuchen würden, die biologische Uhr mit Filtern oder Schweigen anzuhalten, wählt Klum die Flucht nach vorne. Den Online-Hatern entzieht sie die Grundlage, indem sie die Veränderung schlichtweg akzeptiert: „Ich versuche, das nicht an mich heranzulassen. Natürlich bin ich heute nicht mehr in dem Shape wie mit 25 oder 30. Aber das stört mich persönlich gar nicht so. Ich finde trotzdem, dass ich gut aussehe.“
Dynastiebildung am Laufsteg
Dieser gesunde Stolz ist auch Kern ihrer Erziehungsphilosophie. In einer Branche, die für ihre Härte bekannt ist, fungiert sie für ihre Kinder Leni (21) und Henry (20) längst nicht mehr nur als Mutter, sondern als Mentorin. Beide wandeln bereits erfolgreich auf den Spuren der Frau Mama. Klums Devise für den Nachwuchs ist dabei so simpel wie essenziell: „Das Wichtigste in dem Geschäft ist, sich selbst treu zu bleiben und Spaß zu haben.“
Nach drei Jahrzehnten im Metier scheint für die 52-Jährige nun eine neue Ära angebrochen zu sein – jene der gemeinsamen Wege. „Ich bin seit 30 Jahren im Model-Business. Jetzt wird es Zeit, den Weg gemeinsam zu gehen – mit meinen Kindern Henry und Leni“, so Klum stolz.
Von eiserner Disziplin zur täglichen Vertrautheit
Doch wer glaubt, im Hause Klum hätte stets nur die „Laissez-faire“-Attitüde regiert, irrt. Rückblickend gesteht sie ein, während der Minderjährigkeit ihrer Kinder „extrem streng“ agiert zu haben. Eine Erziehung, die offenbar Früchte getragen hat, ohne die emotionale Bindung zu korrumpieren. Trotz der räumlichen Trennung durch den Auszug der Kinder bleibt das Band eng geknüpft: „Wir sind super eng. Auch wenn die Kids inzwischen ausgezogen sind. Wir telefonieren jeden Tag miteinander.“ Ein Umstand, der in einer global vernetzten, aber oft einsamen Welt wohl die eigentliche Erfolgsmeldung darstellt.